Tschechisches Ultimatum an Moskau verstrichen

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Im Diplomaten-Streit zwischen Tschechien und Russland ist ein Ultimatum der Regierung in Prag abgelaufen. Der neue Außenminister Jakub Kulhanek hatte den Kreml aufgefordert, bis Donnerstag, 12.00 Uhr, die Rückkehr aller ausgewiesenen tschechischen Diplomaten in die Moskauer Botschaft zu ermöglichen. Er drohte damit, andernfalls die Zahl der in Prag akkreditierten russischen Botschaftsangehörigen massiv zu reduzieren. Die Rede ist von der Ausweisung von bis zu 60 Russen.

Prag wirft russischen Geheimdiensten vor, für Explosionen in einem Munitionslager in Vrbetice im Jahr 2014 verantwortlich zu sein. Dabei waren zwei Menschen gestorben. Ministerpräsident Andrej Babis sprach von einem „beispiellosen terroristischen Anschlag“.

In Moskau reagierte man verärgert auf das Ultimatum, der Kreml sprach von „Hysterie“. Das tschechische Vorgehen sehe man „extrem negativ“, meinte Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die russischen Diplomaten formulierten nun ihre Position, sagte er. Auch in Prag wurde noch an einer Antwort gefeilt, die für den Nachmittag erwartet wurde.

Ein Kremlsprecher sprach zuletzt von absurden und völlig unbegründeten Anschuldigungen. Beide Länder wiesen bereits am Wochenende gegenseitig Botschaftsangehörige aus - Prag 18 Russen und Moskau 20 Tschechen. Die tschechische Botschaft in Moskau gilt seither als kaum mehr arbeitsfähig. Beobachter sprechen vom schwersten Konflikt zwischen beiden Staaten seit Jahrzehnten.

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Tschechien bekam unterdessen die Unterstützung der NATO-Partner zugesichert. „Die Verbündeten bringen ihre tiefe Besorgnis über die destabilisierenden Maßnahmen zum Ausdruck, die Russland weiterhin im euro-atlantischen Raum (...) durchführt“, heißt es in einer am Donnerstag in Brüssel veröffentlichen Mitteilung der NATO-Staaten. Man stehe uneingeschränkt solidarisch an der Seite der Tschechischen Republik.


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