Niederösterreich bekräftigt Lockdown-Ende am 2. Mai

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In Niederösterreich wird der Lockdown wie geplant am 2. Mai zu Ende gehen. Nach einem Gipfel mit Gesundheitsexperten und Vertretern der Wirtschaft zur Corona-Situation hat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Freitag „grünes Licht“ für den Öffnungs-Fahrplan gegeben. Sie betonte, dass die gesetzten Maßnahmen „deutliche Wirkung“ gezeigt hätten. Die Schulen öffnen am kommenden Montag, eine Woche später folgen der Handel und die körpernahen Dienstleister.

Die Prognosen für die Lage auf den Intensivstationen würden zeigen, dass „der gemeinsame Weg, den wir in der Ostregion zum Schutz der Bevölkerung gegangen sind, wichtig, richtig und vor allem erfolgreich war“, sagte Mikl-Leiter. Auch wenn die Lage weiterhin ernst sei, würden die gesetzten Maßnahmen mittlerweile gut greifen. „Bei den Neuinfektionen, den Hospitalisierten und auf den Intensivstationen kommt es bereits zu einem positiven Trend der Erholung und Entspannung.“

Die Landeshauptfrau stellte daher fest, es gebe „grünes Licht für unseren Öffnungs-Fahrplan“. Die Schulen öffnen demnach am Montag. „Eine Woche später, am 3. Mai, folgen der gesamte Handel und die körpernahen Dienstleister.“ Selbstverständlich sollten dann auch weitere Öffnungsschritte durch den Bund möglich sein, wie man sie aktuell gerade ausarbeite und vorbereite, so die Landeshauptfrau weiter. Sie äußerte zudem die Hoffnung, dass sich „in Wien die Situation in ähnlicher Art und Weise entspannt, damit auch unsere Wiener Freunde diesen Öffnungsweg weiter mitgehen können“.

„Mit dieser Perspektive und dem positiven Ausblick können wir heute die notwendige Planungssicherheit und Kalkulierbarkeit geben, die sowohl der Gesundheitsbereich als auch die Betriebe so dringend brauchen“, betonte die Landeshauptfrau. „Wir werden alles daransetzen, dass wir ab dem 3. Mai wieder richtig durchstarten können.“ Wirtschaftsforscher würden für 2021 in Niederösterreich ein Wachstum von 2,8 Prozent voraussagen, für das kommende Jahr seien 4,1 Prozent prognostiziert.

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LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) verwies darauf, dass die Impfkampagne Fahrt aufgenommen habe. In den 20 Landes-Impfstraßen stünden 77 Impflinien zur Verfügung, gemeinsam mit dem niedergelassenen Bereich würden die Stiche verabreicht. Pernkopf geht davon aus, dass alle Niederösterreicher ab 16 Jahren spätestens Ende Juni ihre erste Impfung erhalten werden.

Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) sprach sich für „ein begleitendes Öffnen“ der Schulen aus. Wichtig sei, die Menschen bei den Maßnahmen mitzunehmen. Sie tritt deshalb für „klare, einfache und nachvollziehbare Regelungen“ im Kampf gegen die Pandemie ein. Jede und jeder könne einen Beitrag leisten, die Infektionszahlen nach unten zu drücken.

Die Pandemie verlange von den Betrieben und ihren Beschäftigten „einen sehr langen Atem“, hielt Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) fest. Die Anstrengungen der vergangenen Wochen hätten sich bezahlt gemacht. Nach dem 3. Mai müssten Öffnungen auch in der Gastronomie und im Sport folgen.

Die Wirtschaft habe „ihre Hausaufgaben gemacht“, fügte WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker hinzu. Man sei auch bereit, in den Betrieben Testungen durchzuführen. „Der 3. Mai gibt allen unseren Handelsbetrieben und körpernahen Dienstleistern die dringend notwendige Perspektive und Sicherheit.“

Konrad Kogler, Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur, informierte bei dem Gipfel über die Intensität der drei Corona-Wellen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Landeskliniken, hier vor allem auf die Auslastung der Intensivstationen. Durch das Ausschöpfen zusätzlicher Maßnahmen seien ausreichend Kapazitäten zur Verfügung gestellt worden. Die angespannte Situation in den Krankenhäusern stelle zudem eine hohe Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar.

Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum St. Pölten, sagte, dass auch ohne Pandemie die Intensivstationen eine hohe Auslastung verzeichneten. Der durchschnittliche Intensivpatient liege drei bis fünf Tage auf der Intensivstation, der durchschnittliche Covid-Patient drei bis vier Wochen. Es gebe auch immer jüngere Intensivpatienten.


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