Museum Liaunig beginnt am Samstag die Saison

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Als „dichter als sonst“ bezeichnete Museumsleiter und Sammlersohn Peter Liaunig im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz zur heurigen Ausstellungssaison das Programm im zweiten Corona-Jahr. 15 zum Großteil private Leihgaben ergänzen die von Günther Holler-Schuster kuratierte Schau, bei der 200 Werke der Kunstsammlung von Herbert und Eva Liaunig gezeigt werden. Das Skulpturendepot ist dem Bildhauer Gerhardt Moswitzer gewidmet. Start ist morgen, Samstag.

Helga Philipp, Tone Fink oder Klaus Pinter nannte Peter Liaunig stellvertretend für die „gehobenen Schätze“ des Hauses, die erstmals zu sehen sind. Ging es im Vorjahr um konkrete, konzeptuelle und medienkünstlerische Ansätze, so wird heuer eher den gestischen, informellen Traditionen nachgespürt, der „Ästhetik des Pinselstriches“, wie es Kurator Günther Holler-Schuster bezeichnete: „Die Auflösung der Formen, die Verselbstständigung der malerischen Mittel – Punkt, Linie, Fläche, gleichgesetzt mit Pinselstrich, Fleck und Materialtransformation - sind wesentliche Elemente, die aus diesem Kontext der Dekonstruktion kommen.“

Neue Zusammenhänge zu erkennen und Lücken zu schließen will diese „Tour de Force“ ermöglichen, eine Schau, die ausgehend vom Informel-Schwerpunkt Bruchstücke der österreichischen Kunst „nach dem Nullpunkt 1945“ mit ihren Ähnlichkeiten aber auch Unterschieden präsentiert. Die spannenden Gegenüberstellungen werden von einem umfangreichen Katalogbuch begleitet, das Arbeiten von 90 Künstlern von Kurt Absolon bis Otto Zitko umfasst.

Die Sonderausstellungen im Rahmen des Zyklus „Alte Freunde“ sind eine Art Villach-Schwerpunkt, stammen doch sowohl der Bildhauer Bruno Gironcoli als auch der Maler Johann Julian Taupe aus der Draustadt. Auch Ausstellungsmacher Günther Holler-Schuster wies auf „lokale Spezialitäten“ der Sammlung wie die „Fixsterne“ Peter Krawagna oder Maria Lassnig hin oder auf Hans Bischoffshausen als „hervorragenden Vertreter“ der Zero-Bewegung.

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Ergänzt wird die Hauptausstellung traditioneller Weise durch die Ausstellungen „Das Gold der Akan“ und Portraitminiaturen II sowie erstmals durch die Schau „Glas II“, die mit mehr als 100 Exponaten einen Überblick über die europäische Glasgeschichte beginnend in Venedig um 1500 gibt.

Die Corona-Schutzmaßnahmen sind für das weitläufige, mittlerweile denkmalgeschützte Bauwerk der Architektengruppe „querkraft“ kein Problem, auch wenn vorläufig weder Führungen möglich sind noch die Cafeteria öffnen kann. Spitzenbesucherzahlen im Vorjahr lassen Peter Liaunig hoffen: „Die Leute sind hungrig nach Kultur!“ Und weitere Pläne gibt es auch schon: Ein Teil der bisherigen Grafikabteilung wird zu einer Peter Baum-Bibliothek umgestaltet. Der langjährige Wegbegleiter der Familie Liaunig, der Kunstkritiker, Kurator und Fotograf Peter Baum hat nämlich dem Museum seine über 60 Jahre aufgebaute kulturgeschichtliche Bibliothek überlassen.

; 24. April bis 31. Oktober, Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr; Ausstellungen: „Tour de Force - Punkt, Linie, Farbe auf dem Weg durch die österreichische Kunst nach 1945“; Bruno Gironcoli (April bis Juli)/Johann Julian Taupe (Juli bis Oktober); Gerhardt Moswitzer im Skulpturendepot; Das Gold der Akan/Portaitminiaturen II/Glas II (Erstpräsentation); der Skulpturenpark ist bei schönem Wetter im Rahmen eines Museumsbesuchs zu besichtigen; Konzertreihe „sonusiade“ - Der Kartenvorverkauf startet voraussichtlich Mitte Mai)


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