Viel Kritik vor ASEAN-Sondergipfel zur Krise in Myanmar

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Knapp drei Monate nach dem Militärputsch in Myanmar will die Vereinigung Südostasiatischer Staaten (ASEAN) am Samstag bei einem Sondergipfel über die schwere Krise in ihrem Mitgliedsland beraten. Im Vorfeld gibt es viel Kritik, weil zu dem Treffen auch der Junta-Chef Min Aung Hlaing in der indonesischen Hauptstadt Jakarta erwartet wird.

Putsch-Gegner hatten Interpol in einem Schreiben aufgefordert, den General bei seiner Reise festnehmen zu lassen und Ermittlungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzuleiten. Die Militärführung unter Min Aung Hlaings geht seit Wochen mit immer brutalerer Gewalt gegen jeden Widerstand vor. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind bereits mindestens 739 Menschen getötet worden; mehr als 3.300 sitzen derzeit in Haft. Auch von schwerer Folter ist immer wieder die Rede.

Ob der Gipfel etwas bewirken kann, gilt als fraglich. Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha und der philippinische Präsident Rodrigo Duterte haben angekündigt, sich von ihren Außenministern vertreten zu lassen. „Ich hoffe, dass der ASEAN-Gipfel die Probleme in Myanmar nicht noch verstärkt“, sagte die prominente Aktivistin Thinzar Shunlei Yi der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist alles, was wir hoffen können.“

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