Wieder Krawalle in Jerusalem

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In Jerusalem ist es einen Tag nach Zusammenstößen zwischen ultra-nationalistischen Israelis und Palästinensern wieder zu schweren Krawallen gekommen. In der Altstadt lieferten sich bis Samstagfrüh überwiegend palästinensische Jugendliche und Hunderte Bereitschaftspolizisten Straßenschlachten. Die Protestierer bewarfen die Beamten mit Steinen, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Ein israelisches Gerichtsgebäude wurde mit Steinen beworfen, die Sicherheitskameras zerstört.

In mehreren palästinensischen Kommunen kam es ebenfalls zu Protesten. Auslöser der Proteste war der Vorwurf von Palästinensern an die Polizei, sie habe Muslime von ihren traditionellen abendlichen Zusammenkünften im Fastenmonat Ramadan vor dem Damaskustor abhalten wollen. Aufseiten der ultra-nationalistischen Israelis heizte ein im Internet verbreitetes Video die Proteste an. In der Aufnahme ist zu sehen, wie angeblich ein Palästinenser einen ultra-orthodoxen Juden in einem Nahverkehrszug schlägt.

Mit den Krawallen endete vorerst eine Phase relativer Ruhe in der zwischen Israelis und Palästinensern umstrittenen Stadt.

Das israelische Militär meldete indes, drei Raketen seien aus dem Gaza-Streifen in Richtung Israel abgefeuert worden. Kurz zuvor hatte die dort herrschende radikal-islamische Hamas zusammen mit anderen militanten Organisation Palästinenser zum Widerstand in Jerusalem aufgerufen. Zwei Raketen explodierten nahe der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, eine dritte wurde vom israelischen Raketenabwehrsystem abgefangen. Die israelischen Streitkräfte griffen daraufhin einen militärischen Stützpunkt der Hamas im Gazastreifen an.

Im August 2020 hatte die Hamas nach Vermittlung Katars eine Waffenruhe mit Israel verkündet. Aber auch danach gab es immer wieder Verstöße. Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. In dem Küstengebiet leben etwa zwei Millionen Menschen unter sehr schlechten Bedingungen, gegenwärtig sind dort auch die Corona-Infektionszahlen sehr hoch. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.


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