EVP-Chef Weber: Flugverbindungen aus Indien in EU aussetzen

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Angesichts der dramatischen Corona-Infektionslage in Indien hat der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen aus dem südasiatischen Schwellenland in die EU gefordert. Er begründete dies mit der in Indien grassierenden Corona-Variante. Der Iran kündigte wegen der Gefährlichkeit der neuen Variante einen Einreisestopp aus Indien an. In Indien gab es unterdessen mit 2.624 Todesfällen einen neuen Höchststand.

Seinen Vorstoß begründete Weber in der „Bild“-Zeitung mit der neuen indischen Variante. „Die indische Doppelvariante scheint sich schnell auszubreiten und die Situation dort droht außer Kontrolle zu geraten“, warnte der CSU-Politiker.

In Deutschland und der EU seien bereits einige Corona-Infektionen mit der indischen Mutante aufgetreten, hob Weber hervor. „Diesmal müssen die EU-Innenminister schneller und konsequenter handeln und sofort ein vorübergehendes Verbot von Flügen aus Indien und Einreisebeschränkungen verhängen.“

Weber verwies in der „Bild“ darauf, dass Kanada und Großbritannien bereits entsprechende Schritte eingeleitet hätten. Insgesamt müssten die EU-Länder „aufgrund der Dynamik der Corona-Pandemie besser und schneller im koordinierten Vorgehen werden“.

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Auch Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich für Schutzmaßnahmen gegen die indische Corona-Variante aus. „Die indische Mutationsvariante des Virus, die besonders ansteckend und besonders gefährlich sein soll, führt uns deutlich vor Augen, wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Maßnahmen und Einschränkungen der Mobilität sind“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Nur wo Infektionen ablaufen, können auch Mutationen stattfinden“, betonte Montgomery. Daher sei das deutsche Infektionsschutzgesetz, das bundesweit eine Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vorsieht, richtig. „Deswegen brauchen wir Kontaktbeschränkungen und ein konsequentes, einheitliches Vorgehen“, so Montgomery.

Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) hat Indien als Hochinzidenzgebiet eingestuft, die Einstufung tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft. Bisher wurden laut RKI in Deutschland 21 Corona-Infektionen mit der indischen Variante B.1.617 nachgewiesen. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Indien. Bei der Variante handelt es sich um eine gefährliche Kombination der Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Noch ist unklar, ob diese Form ansteckender und tödlicher als ist.

In Österreich gibt es derzeit Landeverbote für Flugzeuge aus Südafrika und Brasilien. Diese gelten bis zum 2. Mai. Für Flüge aus Indien gibt es ein solches Verbot nicht. Die neue indische Virusvariante wurde in Österreich mit Stand Freitag noch nicht nachgewiesen.

Unterdessen verschärfte sich die Corona-Situation in Indien. Am Samstag wurde mit 2.624 Todesfällen binnen 24 Stunden ein neuer Höchststand erreicht. Die Zentralregierung war bemüht, die völlig überlasteten Krankenhäuser mit zusätzlichem Sauerstoff zur künstlichen Beatmung von Covid-19-Patienten zu versorgen. Zudem meldeten die Behörden mehr als 340.000 Corona-Neuinfektionen.

Der Iran kündigte indes einen Einreisestopp aus Indien an. Damit soll die Ausbreitung der neuen Coronavirus-Doppel-Mutante verhindert werden. „Das indische Virus ist gefährlicher als die englische und die brasilianische Variante“, sagte Präsident Hassan Rouhani im TV.


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