Einreisestopp aus Indien nach Deutschland ab Montag

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Einreisen aus Indien nach Deutschland werden wegen der dort grassierenden Coronavirus-Mutation ab Montag, 0.00 Uhr, weitgehend gestoppt. „Um unsere Impfkampagne nicht zu gefährden, muss der Reiseverkehr mit Indien deutlich eingeschränkt werden“, so der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Auch der Iran kündigte wegen der Gefährlichkeit der neuen Variante einen Einreisestopp aus Indien an. In Indien gab es indes mit 2.624 Todesfällen einen neuen Höchststand.

Indien werde von der deutschen Bundesregierung kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklärt, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Samstag. Ab Sonntagnacht dürfen Spahn zufolge nur noch Deutsche aus dem Subkontinent einreisen. Für diese gilt eine Testpflicht vor dem Abflug sowie eine 14-tägige Quarantäne nach der Ankunft. Die Regelung soll am Montag um 0.00 Uhr in Kraft treten. Das Auswärtige Amt hatte bereits am Dienstag Deutsche in Indien, die nicht gegen Corona geimpft sind, aufgefordert, sie sollten „eine temporäre Rückkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage erwägen“.

Angesichts der dramatischen Lage in Indien forderte der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen in die EU. Seinen Vorstoß begründete Weber in der „Bild“-Zeitung mit der neuen indischen Variante. „Die indische Doppelvariante scheint sich schnell auszubreiten und die Situation dort droht außer Kontrolle zu geraten“, warnte der CSU-Politiker. Weber verwies in der „Bild“ darauf, dass Kanada und Großbritannien bereits entsprechende Schritte eingeleitet hätten. Insgesamt müssten die EU-Länder „aufgrund der Dynamik der Corona-Pandemie besser und schneller im koordinierten Vorgehen werden“.

Auch Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich für Schutzmaßnahmen gegen die indische Corona-Variante aus. „Die indische Mutationsvariante des Virus, die besonders ansteckend und besonders gefährlich sein soll, führt uns deutlich vor Augen, wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Maßnahmen und Einschränkungen der Mobilität sind“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

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Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) hat Indien als Hochinzidenzgebiet eingestuft, die Einstufung tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft. Bisher wurden laut RKI in Deutschland 21 Corona-Infektionen mit der indischen Variante B.1.617 nachgewiesen. Bei der Variante handelt es sich um eine gefährliche Kombination der Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Noch ist unklar, ob diese Form ansteckender und tödlicher als ist.

In Österreich gibt es derzeit Landeverbote für Flugzeuge aus Südafrika und Brasilien. Diese gelten bis zum 2. Mai. Für Flüge aus Indien gibt es ein solches Verbot nicht. Laut österreichischem Außenministerium gelten derzeit Reisewarnungen für fast alle Staaten der Welt. Davon ausgenommen sind Australien, Island, Neuseeland, Singapur, Südkorea und der Vatikan. Von allen nicht notwendigen Reisen - auch in diese Staaten - rät das Außenministerium in Wien aber weiterhin ab. Die neue indische Virusvariante wurde in Österreich mit Stand Freitag noch nicht nachgewiesen.

Unterdessen verschärfte sich die Corona-Situation in Indien. Am Samstag wurde mit 2.624 Todesfällen binnen 24 Stunden ein neuer Höchststand erreicht. Die Zentralregierung war bemüht, die völlig überlasteten Krankenhäuser mit zusätzlichem Sauerstoff zur künstlichen Beatmung von Covid-19-Patienten zu versorgen. Zudem meldeten die Behörden mehr als 340.000 Corona-Neuinfektionen.

Der Iran kündigte indes einen Einreisestopp aus Indien an. Damit soll die Ausbreitung der neuen Coronavirus-Doppel-Mutante verhindert werden. „Das indische Virus ist gefährlicher als die englische und die brasilianische Variante“, sagte Präsident Hassan Rouhani im TV.


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