Demokratiebewegung in Myanmar ruft zu zivilem Ungehorsam auf

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In Myanmar will die Demokratiebewegung mit Schulstreik und zivilem Ungehorsam ihren Druck auf die Militärregierung erhöhen. Sie rief dazu auf, ab Montag keine Stromrechnungen mehr zu bezahlen, landwirtschaftliche Darlehen nicht mehr zu bedienen und die Kinder nicht zur Schule zu schicken. Ein Gipfeltreffen der ASEAN-Staaten mit Vertretern der Militärregierung am Wochenende brachte ihrer Ansicht nach nicht das gewünschte Ergebnis.

Das Militär hatte am 1. Februar 2021 geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi abgesetzt. Seitdem gibt es fast täglich Proteste, gegen die die Sicherheitskräfte immer massiver vorgehen. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind bisher 751 Menschen dabei getötet worden.

Auch am Montag gingen Medienberichten zufolge wieder Hunderte auf die Straße, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Berichte über Gewalt gab es zunächst nicht. Den Demonstranten ging die Erklärung der ASEAN-Staaten nicht weit genug. Dort hieß es, es sei in fünf Punkten ein Konsens erreicht worden: Die Gewalt soll beendet, ein Dialog mit allen Seiten begonnen und internationale Hilfe angenommen werden.

Darüber hinaus soll ein ASEAN-Sonderbeauftragter den Dialog fördern und ins Land reisen dürfen. Politische Gefangene wurden nicht erwähnt. Der Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) zufolge sind 3.431 Menschen wegen ihres Widerstands gegen den Putsch in Haft. Auch Suu Kyi wurde festgesetzt. Sie wurde laut einem ihrer Anwälte bei einer Anhörung per Video zugeschaltet und forderte erneut, ihre Anwälte persönlich treffen zu dürfen. Sie wirke gesund, habe aber wohl abgenommen.

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