23 Tote bei Grenzgefechten Kirgistan-Tadschikistan

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Bei einem blutigen Grenzkonflikt um den Zugang zu Wasserressourcen sind in Zentralasien 23 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Die Lage in der Grenzregion zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Tadschikistan und Kirgistan sei weiter gespannt, teilten die Behörden beider Länder am Freitag mit. Kirgistan warf tadschikischen Truppen vor, Granatwerfer einzusetzen.

Das kirgisische Gesundheitsministerium in Bischkek teilte mit, bei den Kämpfen seien 13 Menschen getötet und 134 verletzt worden. Auf tadschikischer Seite war von zehn Toten und etwa 90 Verletzten die Rede, wie das Internet-Portal Asia-Plus meldete. Eine Bestätigung der Zahlen gab es in dem autoritär geführten Land zunächst nicht.

Mehr als 10.000 Menschen wurden aus zwei Bezirken an der Grenze in Sicherheit gebracht. Wie die Regierung der Grenzregion Batken mitteilte, kamen sie in Notunterkünften oder bei Verwandten unter.

Die beiden zentralasiatischen Länder einigten sich aber rasch auf eine Waffenruhe, der nach kirgisischen Angaben am Donnerstagabend in Kraft trat. Die Soldaten seien daraufhin in ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Tadschikistan bestätigte die Einigung am Freitag in der Früh. Ein Polizist aus der Region Batken sagte, in der Nacht seien die Kämpfe noch weitergegangen, aber nicht mehr so intensiv wie am Tag. Sowohl Militäreinheiten als auch Zivilisten hätten sich weiter beschossen.

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Der Konflikt eskalierte Mitte dieser Woche, als tadschikische Beamte eine Videokamera in der Nähe einer Wasserverteilerstation installieren wollten. Kirgisische Bürger wehrten sich dagegen. Sie warfen zunächst mit Steinen, wie Medien berichteten. Dann verstärkten beide Seiten ihre Grenztruppen, die dann gegenseitig aufeinander schossen.

Die Wasserverteilstelle liegt auf von Kirgistan kontrolliertem Gebiet an einem Kanalausgang, der einen Stausee in der Region Batken befüllt. Für die Menschen dort ist dies der wichtigste Zugang zu Trinkwasser. Tadschikistan erhebt unter Berufung auf ältere Karten Anspruch auf das Gebiet.

Die Regierungen beider Länder an der Grenze zu China gaben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Sie teilten aber auch mit, den Streit beilegen zu wollen. Insgesamt seien 20.000 Bürger allein auf kirgisischer Seite in Sicherheit gebracht worden, hieß es. Es seien mehrere Wohnhäuser und Geschäfte abgebrannt.

Russland forderte die Konfliktparteien zu Zurückhaltung auf. Zugleich bot sich Moskau an, in dem Streit zu vermitteln. Die Europäische Union bedauerte am Freitag die Gewalt und begrüßte zugleich die Vereinbarung über die Waffenruhe. Zugleich bot die EU den Konfliktparteien Hilfe an: „Die EU steht bereit, wenn gebraucht, technische Unterstützung über ihre Regionalprogramme bei Grenzmanagement und Wasserversorgung zu bieten - außerdem politische Unterstützung für Stabilität und Wohlstand in der Region, die beide Schlüsselprioritäten der Zentralasien-Strategie der EU sind“, erklärte ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD).

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatten die zentralasiatischen Republiken 1991 ihre Eigenständigkeit erlangt. Um fast die Hälfte der beinahe 1.000 Kilometer langen Grenze gibt es aber seit Jahrzehnten Streit und auch immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen.


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