LASK fordert „Titel-Hamster“ Salzburg im ÖFB-Cup-Finale

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13 von 14 möglichen nationalen Titeln hat Salzburg in den jüngsten sieben Jahren gewonnen. Am Samstag (20.30 Uhr/live ORF eins) geht es für Österreichs Fußball-Aushängeschild im ÖFB-Cup-Finale in Klagenfurt gegen den LASK darum, diese imposante Serie auszubauen. Einzig Sturm Graz im Cup 2018 konnte den „Bullen“ in dieser Zeit einen Strich durch die Rechnung machen. Sollte dem LASK auch so ein Kunststück gelingen, wäre es der erste Titelgewinn der Linzer seit dem Double 1965.

Die Rollen könnten vor dem neuerlich im Wörthersee Stadion ausgetragenen Endspiel also nicht klarer verteilt sein. „Die Ausgangslage ist ganz klar: Salzburg ist der Favorit, wir sind der Außenseiter. Salzburg hat viel mehr zu verlieren“, sagte LASK-Trainer Dominik Thalhammer. Das unterstrich auch sein Kapitän Gernot Trauner: „Natürlich wissen wir um die Lage, Salzburg war gefühlt die letzten 10, 15 Mal im Finale und hat immer gewonnen.“

Seit Salzburgs Cup-Titel 2012 konnte nur der FC Pasching 2013 und eben Sturm die Trophäe als Nicht-Salzburg-Club in die Höhe stemmen. Bei den jüngsten beiden Finalanläufen scheiterten Rapid (0:2/2019) und Zweitligist Austria Lustenau (0:5/2020). „Egal ob es mein letztes Jahr ist oder nicht, ein Finale ist immer was ganz Besonderes“, betonte Salzburg-Trainer Jesse Marsch, der sich mit dem zweiten Double in Folge im Sommer in Richtung Leipzig verabschieden möchte. Der Gewinn von Meisterschaft - als Tabellenführer ist man voll auf Kurs - und Cup ist in Salzburg jedes Jahr das Ziel. Gelingen könnte es heuer zum achten Mal.

Immer dabei war Kapitän Andreas Ulmer, dessen Titelhunger noch nicht gestillt ist. „Mir macht es immer noch Spaß mit den Jungs am Platz zu stehen und Titel zu gewinnen. Die Spieler wollen unbedingt den Titel, das merkt man auch“, gab der 35-jährige Linksverteidiger Einblick. Der Titel wäre auch die Belohnung für ein extrem hartes Programm in dieser Saison, in der man mit St. Pölten (3:0/a), Rapid (6:2/h), Austria (2:0/h) und Sturm (4:0/in Klagenfurt) schon vier Bundesligisten ausschalten musste.

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Die Linzer hatten erst im Halbfinale mit dem WAC mit einem Oberhaus-Club das Vergnügen und dort (1:0 n.V.) genauso große Mühe wie im Viertelfinale gegen Zweitligist Austria Klagenfurt (5:3 n.V.). Seit ihrem bisher einzigen und mit einem 1:0 gegen den 1. SC Wiener Neustadt fixierten Cup-Erfolg 1965 standen sie dreimal im Endspiel und zogen dabei gegen die Austria (0:1/1967), Innsbruck (0:1/1970) und Sturm (2:4 i.E./1999) jeweils den Kürzeren.

„Ich glaube, dass wir das Potenzial und die Werkzeuge haben, um für Salzburg eine Bedrohung zu sein. Dafür müssen wir aber in allen Phasen des Spiels perfekt agieren“, verlautete Thalhammer. Den Titel würde man „nicht hoch genug“ einschätzen können. Für ihn wäre es auch ein Befreiungsschlag. Zuletzt konnte in der Liga nur eines der jüngsten sieben Spiele gewonnen werden, vier Partien ist man sieglos. Dass da auch Kritik am Trainer aufkommt, ist klar. „Es ist unser Job den hundertprozentigen Fokus auf das zu haben, was wir beeinflussen können, unsere Leistung. Darauf habe ich die Mannschaft eingeschworen“, gab der ehemalige ÖFB-Frauen-Teamchef zu Protokoll.

Der LASK bezwang Salzburg zuletzt am 14. Februar 2020 (3:2 in Wals-Siezenheim). Danach blieben die Mozartstädter in fünf Ligaduellen - diese Saison 3:1, 1:0, 2:0 - und auch im Cup-Halbfinale 2020 in den direkten Duellen siegreich. „Das Finale ist ein großer Moment für den LASK. Wir wissen auch, dass sie mit Qualität, Intensität und Aggressivität kommen und über eine gute Organisation im Spiel verfügen. Wenn wir einen Tick weniger machen, bekommen wir sicher Ärger“, rechnete Marsch mit harter Gegenwehr.

Auch Ulmer rechnete nicht mit einem Selbstläufer. „Wir wissen, wo der LASK gefährlich werden kann, wir wissen aber auch um unsere Stärken Bescheid. Und die wollen wir unbedingt voll auf den Platz bringen“, gab der Routinier die Marschroute vor. Die Linzer sind sich der Schwere der Aufgabe bewusst. „Salzburg hat große Finalerfahrung und eine unglaubliche Qualität. Salzburg darf nicht den besten Tag erwischen und wenn wir ein bisschen Glück haben, ist es möglich, dass wir den Titel nach Linz holen“, sagte Trauner. Nicht nur die Fans würden sich nach dem Titel sehnen. „Wir würden uns auch gerne belohnen“, betonte der ÖFB-Teamverteidiger.

Interessant wird auch noch, wer sich die Torjägerkrone des Bewerbes sichert. Da matchen sich LASK-Stürmer Johannes Eggestein, der gemeinsam mit Blau-Weiß-Linz-Goalgetter Fabian Schubert mit sechs Toren voranliegt, und Salzburgs Patson Daka (5). Während die Linzer ohne der verletzten Abwehr-Stammkraft Philipp Wiesinger am Freitagabend ihr Abschlusstraining in Klagenfurt abhielten, verzichteten die Salzburger auf eine Einheit am Final-Schauplatz und trainierten in Taxham. Schiedsrichter Walter Altmann kommt zu seiner Cup-Final-Premiere.


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