Demonstranten rufen in Myanmar zu „Frühlingsrevolution“ auf

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In Myanmar sind am Sonntag erneut Tausende Menschen gegen die Militärjunta auf die Straße gegangen. In der Wirtschaftsmetropole Yangon riefen die überwiegend jugendlichen Demonstranten zu einer „Frühlingsrevolution“ auf, wie AFP-Reporter berichteten. In der Kleinstadt Hsipaw im nördlich gelegenen Bundesstaat Shan kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Mindestens ein Mensch wurde dabei getötet.

„Ihm wurde in den Kopf geschossen und er war sofort tot“, berichtete ein Demonstrant. Auch in der Region Mandalay gingen Hunderte Menschen auf die Straße. Angeführt von Mönchen in safrangelben Gewändern schwenkten sie die Fahne der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) der von den Militärs gestürzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi.

Laut örtlichen Medienberichten jagten Sicherheitskräfte die Demonstranten in Yangon durch die Straßen und nahmen viele von ihnen fest. In der Stadt waren zudem in der Früh mehrere Explosionen zu hören. Die Behörden machen für die immer häufiger zu hörenden Explosionen „Aufrührer“ verantwortlich.

Das Militär hatte am 1. Februar in Myanmar die Macht an sich gerissen und damit eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem Land vorerst beendet. Die Junta sieht sich seitdem massiven Protesten gegenüber. Armee und Polizei gehen mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor.

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Nach Angaben von Aktivisten wurden seit dem Putsch fast 760 Zivilisten getötet. Die Junta beziffert die Zahl der getöteten Demonstranten auf 258. Zudem seien 17 Polizisten und sieben Soldaten getötet worden.


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