Ermittlungen wegen Wilderei nach Bären-Abschuss in Rumänien

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In Rumänien hat der Tod des mutmaßlich größten Braunbären des Landes, der im März offenbar von Prinz Emanuel von und zu Liechtenstein geschossen worden war, ein strafrechtliches Nachspiel: Wie die Staatsanwaltschaft des Bezirks Covasna am Donnerstagvormittag mitteilte, hat sie in der Causa strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet - und zwar wegen des Verdachts auf Wilderei und unrechtmäßigen Waffengebrauchs.

Weitere Ermittlungsverfahren könnten folgen: Wie der Chef der Umweltschutzbehörde des Landes, Octavian Berceanu, der rumänischen Presse sagte, geht auch seine Behörde dem Verdacht der Wilderei nach. Man werde eruieren, „unter welchen Umständen dieser Bär erschossen worden ist“ und anschließend „höchstwahrscheinlich die Ermittlungsbehörden einschalten“, so Berceanu.

Seitens der mitregierenden Reformpartei USR-PLUS forderte der Parlamentsabgeordnete Iulian Bulai eine lückenlose Aufklärung des Falls. Bulai bezeichnete den Abschuss des 17 Jahre alten Prachtbären als „Barbarei“ und stellte klar, dass „auch Prinzen den langen Arm des Gesetzes zu spüren bekommen und ausgeliefert werden können“.

Hunderte Rumänen machten indes ihrer Empörung über den Abschuss des Braunbären „Arthur“ über die Google-Bewertung der steirischen Riegersburg Luft, denn die Burg gehört dem Prinzen. Das beliebte Ausflugsziel erhielt plötzlich viele Ein-Stern-Bewertungen - „für Arthur, aus Rumänien“ war dabei der häufigste Kommentar. Das Rating der steirischen Burg sackte entsprechend binnen weniger Stunden ab.

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„Wenn man als Jäger nicht in der Lage ist, eine kleine Bärin vom größten Bären Europas unterscheiden zu können oder wollen, ist es möglicherweise der richtige Zeitpunkt, seine Jagdkarte abzugeben“, forderte indessen der steirische Grüne Landtagsabgeordnete Alex Pinter in einer Aussendung Konsequenzen, sollten sich die Vorwürfe gegen den „steirischen Prinzen“ bewahrheiten: „Denn das hat nichts mit verantwortungsvoller, waidgerechter Jagd zu tun - die Trophäenjagd ist Teil einer Jagd, die mehr an das Mittelalter als an das 21. Jahrhundert erinnert.“


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