Französisch-britischer Streit im Ärmelkanal entschärft

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Im Streit zwischen Frankreich und Großbritannien um Fischereirechte nach dem Brexit ist eine drohende Blockade der Insel Jersey im Ärmelkanal abgewendet. Rund 50 französische Fischkutter, die den Hafen von Saint Helier auf Jersey lahmlegen wollten, verließen am Donnerstag das Seegebiet vor der Insel und machten sich auf den Rückweg nach Frankreich, wie einer der Fischer der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der britische Regierungschef Boris Johnson hatte die drohende französische Blockade zuvor als „völlig ungerechtfertigt“ bezeichnet und zwei Kriegsschiffe in das Seegebiet vor Jersey geschickt. Frankreich entsandte seinerseits zwei Patrouillenschiffe der Marine.

Die Insel Jersey liegt rund 30 Kilometer vor der Küste der Normandie, ihre Gewässer gelten als besonders fischreich. Auslöser für die Spannungen ist ein Streit um Fischereilizenzen nach dem EU-Austritt Großbritanniens: Nach Pariser Angaben ist es nur noch rund 40 französischen Schiffen erlaubt, vor Jersey ihre Netze auszuwerfen. Beantragt waren demnach Lizenzen für mehr als 340 Boote.

Die autonome Verwaltung von Jersey betont, sie halte sich strikt an die Brexit-Vereinbarungen. An dieser Haltung der Verantwortlichen auf Jersey hat sich auch nichts geändert, wie der Fischer Ludovic Lazaro aus dem nordfranzösischen Fischereihafen Granville nach einem Treffen der französischen Fischer mit Behördenvertretern aus Jersey sagte. Nun müssten die zuständigen Minister beider Länder eine Lösung finden. „Wir werden nicht viel ausrichten können“, sagte er über die Fischer.

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Die Fischereirechte waren einer der Knackpunkte in dem Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien, das seit dem 1. Mai vollständig in Kraft ist. Die Briten müssen demnach in ihren Gebieten nur solche Fischerboote zulassen, die dort bereits seit 2012 aktiv sind. Die französischen Fischer beklagen, dies sei nicht leicht nachzuweisen.

Ab 2026 sollen europäische Fischer dann auf ein Viertel ihrer Fänge in britischen Gewässern verzichten, das entspricht Erlöseinbußen von rund 650 Millionen Euro im Jahr.


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