EU-Zukunftskonferenz wird in Straßburg eröffnet

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Nach monatelangem Vorlauf startet am Sonntag (14.00 Uhr), dem traditionellen Europatag am 9. Mai, offiziell die neue Konferenz zur Zukunft Europas. Zur Eröffnung in Straßburg spricht auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der die Debatte zur Reform der EU angestoßen hatte. Die bis Frühjahr 2022 angelegte Konferenz schließt Bürgerdialoge ein, unter anderem über eine Online-Plattform. Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) rief dazu auf, sich einzubringen.

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen appellierte in einem Aufruf gemeinsam mit 20 anderen gewählten europäischen Staatsoberhäuptern an die Europäer, sich zu beteiligen. Die Corona-Pandemie habe „Stärken der europäischen Integration aufgezeigt, aber auch ihre Schwächen“. „Über all das müssen wir reden.“

Edtstadler (ÖVP) forderte die Bürgerinnen und Bürger am Sonntag bei einer online übertragenen Diskussion zum „Digitalen Europatag“ auf, sich mit Ideen und Veranstaltungen einzubringen. „Wir wollen Ihre Beiträge, Ihre Inputs für die Zukunft Europas“, um „Europa zu einem besseren Ort machen“ zu können, sagte Edtstadler. Die EU-Institutionen hätten sich verpflichtet, die Antworten und Kritik der Bürger weiterzuverfolgen. Edtstadler betonte erneut, dass die EU-Zukunftskonferenz „ergebnisoffen“ sei. Man sollte dabei auch keine Scheu vor Vertragsänderungen haben, sagte sie. Die Bürger hätten drei Möglichkeiten sich einzubringen: über die Online-Plattform der EU-Kommission, über Veranstaltungen in Österreich, oder sie könnten auch selbst Veranstaltungen zur Zukunft Europas machen.

„Österreich, lass deine Stimme hören!“, sagte Dubravka Suica, die zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission in einer Videobotschaft. Die EU-Konferenz werde im Frühjahr 2022 Schlussfolgereungen aus den Beiträgen ziehen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagte ein einer Videobotschaft, wie sich die EU im internationalen Wettbewerb mit Russland, China und den USA positioniere, entscheide über den Erfolg Europas in den nächsten Jahrzehnten.

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Andreas Schieder, Leiter der SPÖ-Delegation im Europaparlament beklagte, Österreich stehe gemeinsam mit anderen EU-Regierungen schon vor Start der EU-Zukunftskonferenz auf der Bremse. „Hinter der schön inszenierten Fassade heißt es also eigentlich: Nur bitte ja keine Ambition! (...) Leider ist Österreich unter Türkis-Grün Teil der EU-Verhinderer-Allianz.

NEOS-Europaabgeordneter Claudia Gamon zufolge sollte über die Ergebnisse der Zukunftskonferenz europaweit abgestimmt werden. Sowohl eine Mehrheit der europäischen Bevölkerung als auch eine Mehrheit der Staaten müssten den Vorschlag unterstützen. Außerdem fordern die NEOS eine Abschaffung des Rates der EU von Staats- und Regierungschefs bzw. Minister der Mitgliedstaaten, da dieser in fast allen Bereichen als Blockierer, Verhinderer und Verzögerer auftrete. Stattdessen solle sich das Europäische Parlament zum echten Gesetzgeber entwickeln und zu einem Zwei-Kammern-Parlament werden.

„Die am heutigen Europatag 2021 startende Konferenz zur Zukunft Europas ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten“, erklärte FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky. „Wo die Eurokraten Bürgerbeteiligung draufschreiben, ist nur eine Scheinmitsprache drin. Denn sie sehen die Zukunft Europas in noch mehr Zentralismus, noch mehr Bürokratie, noch weniger Souveränität für die Mitgliedsstaaten und damit noch weniger Mitspracherechte für deren Bürger. Die alte Brüsseler Zentralisierungsagenda soll mit der Zentralisten-Konferenzshow nur einen neuen Anstrich bekommen.“

Der Start der Konferenz fällt zusammen mit dem traditionellen Europatag am 9. Mai. Eigentlich sollte sie schon vor genau einem Jahr beginnen. Doch die Pandemie kam dazwischen. Zudem stritten die EU-Institutionen monatelang über Sinn und Ziel der Konferenz.


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