Prozess in Wels nach Messerattacke auf Ex vor Urteil

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Am Mittag des zweiten Verhandlungstages gegen einen 22-Jährigen, der laut Anklage seine Ex-Freundin mit einem Messer töten wollte, haben sich die Geschworenen im Landesgericht Wels zur Beratung zurückgezogen. Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich um Mordversuch, der Verteidiger hingegen spricht von versuchtem Totschlag.

Am 17. August 2020 - damals war er noch 21 Jahre alt - soll der Mann seine ehemalige Freundin in den frühen Morgenstunden im Stiegenhaus ihres Wohnhauses abgepasst haben. Im Keller versetzte er ihr mit einem Klappmesser einen Stich in den Hals. Als das Opfer zu schreien begann, flüchtete der Verdächtige. Cobra-Beamte nahmen ihn wenig später in der Wohnung des Vaters fest. Das Messer lag - entsorgt vom Vater des Angeklagten - in der Traun.

Motiv der Attacke dürfte die Trennung des Paares - es gibt ein gemeinsames Kind, die Frau war mit einem zweiten schwanger - gewesen sein. Zudem hatte die 19-Jährige eine neue Beziehung. Auch ein Vergewaltigungsvorwurf war erhoben worden, das Verfahren wurde eingestellt. Dem nunmehr 22-Jährigen drohen bis zu 20 Jahre oder lebenslange Haft. Auf Totschlag stehen nur fünf bis zehn Jahre.


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