Kolumbiens Regierung bereit mit Streikkomitee zu verhandeln

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Nach tagelangen Protesten in Kolumbien hat die kolumbianische Regierung Bereitschaft zu Gesprächen gezeigt. „Von diesem Moment an ist die Regierung zu einem Verhandlungstisch mit dem Streikkomitee bereit, um die Themen der Agenda voranzutreiben“, sagte der Friedensbeauftragte der Regierung, Miguel Ceballos. Unterdessen wurde bekannt, dass ein weiterer Demonstrant ums Leben gekommen ist. Der 37-Jährige erlag laut Medienbericht in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Der 37-jährige Yogalehrer sei bei Protesten in der vergangenen Woche von acht Kugeln getroffen worden, berichtete der Fernsehsender Caracol am Dienstag unter Berufung auf seine Familie. Präsident Iván Duque sprach der Familie via Twitter sein Beileid aus. „Das ist die Gelegenheit, sich zu vereinen und unsere Ablehnung der Gewalt zu unterstreichen. Die Verantwortlichen wird die volle Härte des Gesetzes treffen,“ schrieb er.

Am Montag war es in einem ersten Treffen zwischen Duque und dem Streikkomitee zunächst zu keiner Übereinkunft gekommen. Während das Streikkomitee ein Ende der Gewalt durch die Streitkräfte gefordert hatte, forderte Duque ein Ende der Blockaden, die Städte und deren Bewohner seit Tagen beeinträchtigen.

Seit fast zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen, teilweise von Gewalt überschatteten Protesten. Mindestens 27 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, ein Dutzend unter ihnen demnach durch die Polizei und die meisten in Cali. Fast alle Toten sind Jugendliche oder junge Erwachsene.

Zuerst demonstrierten Menschen gegen eine umstrittene Steuerreform, die Präsident Duque inzwischen zurückgenommen hat. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine ebenfalls geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess.

Kolumbien ist nach Brasilien das zweitbevölkerungsreichste Land sowie der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Mehr als 50 Jahre herrschte ein Bürgerkrieg, 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. 2016 schloss die kolumbianische Regierung Frieden mit der FARC-Guerilla, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus boomte. Doch der Frieden ist brüchig, die exzessive Polizeigewalt ein Rückschlag.


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