AKW Mochovce: Burgenlands LH Doskozil sieht EU gefordert

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Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) sieht bei der Atomkraft die EU gefordert, denn diese habe seiner Meinung nach das Thema „aus den Augen verloren“. Konkret zur Betriebsgenehmigung für den slowakischen Atommeiler Mochovce 3 meinte er am Rande einer Pressekonferenz am Freitag in Eisenstadt, dass niemand über einen Reaktor in der Nähe von Österreich erfreut sei.

Die Mittel gegen Atomkraftwerke seien auf europäischer Ebene „überschaubar“, dies habe die Vergangenheit gezeigt, so Doskozil. Deutschland steige aus der Atomkraft aus, während in Ungarn das Atomkraftwerk Paks ausgebaut werde. Der Landeshauptmann zieht daraus den Schluss, dass die EU „das Thema aus den Augen verloren hat“.

Der Physiker Werner Gruber – er wurde am Freitag als neuer Forschungskoordinator des Burgenlandes vorgestellt – erklärte, ihn sorge grundsätzlich weniger die Nähe des Akw, sondern die Bauart. Langfristiges Ziel müsse laut Gruber sein, von Kernspaltungskraftwerken wegzukommen: „Langfristiges Ziel muss die Kernfusion sein. Ich bin froh, dass wir das in Europa vorantreiben.“

Der Grüne Klub im Parlament gab sich wiederum empört über die Entscheidung der slowakischen Atomaufsichtsbehörde. „Wenn anonyme Aussagen mutiger Whistleblower nötig sind, um den wahren Zustand des Skandal-Reaktors Mochovce 3 aufzudecken, müssen wir die Betriebserlaubnis durch die slowakische Atomaufsichtsbehörde ernsthaft hinterfragen. Global 2000 macht seit Jahren auf massive Probleme aufmerksam, von unkontrollierten Bohrungen, über fehlenden Schutz gegen terroristische Angriffe, Explosionen an veralteten Notstrom-Dieselgeneratoren, bis hin zu chaotischen Arbeitsbedingungen und schweren Korruptionsvorwürfen“, so Martin Litschauer, Anti-Atomenergie-Sprecher der Grünen, in einer Aussendung vom Freitag. „Was müssen wir noch wissen, damit der Start von Mochovce 3 endgültig vom Tisch ist?“


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