Erneut kein Kroatentreffen in Bleiburg - Messe in Kroatien

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Das umstrittene Kroatentreffen am Loibacher Feld in Bleiburg hat am Samstag - wie auch schon im Vorjahr - wegen der Pandemie nicht stattgefunden. Stattdessen gab es ein Gedenken in der kroatischen Stadt Udbina bei Rijeka, wie Kathpress und die kroatische Nachrichtenagentur Hina am Abend berichteten.

Bei einem Gottesdienst rief der katholische Bischof von Gospić-Senj, Zdenko Križić, laut Presseagentur IKA dazu auf, der Toten zu gedenken, ohne Rachegefühle zu hegen. „Hass bringt niemals Segen, und die Zukunft baut nicht darauf auf.“ Wie im Vorjahr fand zudem eine Kranzniederlegung auf dem Zagreber Mirogoj-Friedhof vor dem dortigen Denkmal für die Opfer von Bleiburg statt.

Am Loibacher Feld in Kärnten blieb es laut Polizeisprecher Rainer Dionisio indes ruhig. Lediglich rund 30 Besucher wurden gezählt, davon etwa zehn in der Entourage des kroatischen Botschafters, der einen Kranz niederlegte. Eine Gegendemonstration zählte ebenfalls rund 30 Personen. Es kam zu einer kurzen verbalen Auseinandersetzung.

Wie Dionisio der APA schilderte, stritten sich ein Gegendemonstrant und ein Besucher. Das Wortgefecht wird nun vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) auf rechtliche Relevanz hin geprüft. Ansonsten verlief die Gegendemonstration friedlich. Ein größerer Menschenandrang blieb wie im Vorjahr aus.

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In Bleiburg wird alljährlich der Tötung von tausenden Ustascha-Kämpfern und ihrer Angehörigen nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Die Anhänger des faschistischen Hitler-Vasallenstaates Unabhängiger Staat Kroatien (NDH) hatten zu Kriegsende in Österreich Zuflucht gesucht, waren aber von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen jugoslawischen Partisanen übergeben worden, welche die gefangenen Ustascha an verschiedenen Schauplätzen töteten.

Die Veranstaltung am Loibacher Feld in Unterkärnten gilt als Treffpunkt von Kroaten, die den faschistischen NDH-Staat verklären. In vergangenen Jahren wurden immer wieder Ustascha-Symbole gesehen, regelmäßig gab es auch Festnahmen wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz. Schon im Vorjahr gab es eine Kranzniederlegung durch den kroatischen Botschafter.


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