UNO-Generalsekretär warnt vor unkontrollierbarer Krise

  • Artikel
  • Diskussion

UNO-Generalsekretär António Guterres hat mit eindringlichen Worten ein Ende der zusehends eskalierenden Gewalt in Nahost gefordert. „Dieser sinnlose Kreislauf aus Blutvergießen, Terror und Zerstörung muss sofort aufhören“, sagte Guterres am Sonntag zu Beginn der dritten Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats binnen einer Woche. Es drohe eine „unkontrollierbare“ Krise in der ganzen Region, mahnte Guterres.

„Ich bin entsetzt über die immer größere Zahl palästinensischer Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, die durch israelische Luftangriffe in Gaza getötet wurden. Ich bedaure auch die Todesfälle Israels durch Raketen, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden“, sagte Guterres. Auch die Zusammenstöße zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern im Westjordanland und in Ost-Jerusalem seien besorgniserregend.

Guterres erwähnte dabei auch die mögliche Vertreibung einiger palästinensischer Familien aus ihren Häusern, die als einer der Auslöser der gegenwärtigen Krise gilt. Die Spirale der Gewalt könne verheerende Konsequenzen für die gesamte Region haben. Der einzige Weg zu einer Lösung des Konflikts führe über Verhandlungen mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung.

Die Sitzung des Sicherheitsrates am Sonntagvormittag (Ortszeit) in New York war mit Spannung erwartet worden - viele Mitglieder des 15-köpfigen, mächtigsten UNO-Gremiums kündigten Reden ihrer Außenminister an. Die Vereinigten Staaten - Israels wichtigster Verbündeter - waren im Rat bei dem Thema Nahost in den Tagen zuvor isoliert und verhinderten eine gemeinsame Stellungnahme. Derzeit bemüht sich aber der US-Sondergesandte Hady Amr in der Region um eine diplomatische Lösung. Allerdings ließ der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu parallel zum Auftakt der Sicherheitsratssitzung verlauten, dass die Militärkampagne im Gazastreifen „mit aller Macht“ fortgesetzt werde.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Allein am Sonntag sind nach Angaben des Gesundheitsministerium in Gaza mindestens 40 Palästinenser durch israelische Luftangriffe getötet worden, was die höchste Opferzahl seit Beginn der Auseinandersetzungen innerhalb eines Tages ist. Insgesamt sollen bereits 188 Menschen ums Leben gekommen seien, darunter 55 Kinder. 1230 Palästinenser seien verletzt worden. In Israel kamen durch Raketenbeschuss militanter Palästinenser bisher zehn Menschen ums Leben, 282 wurden verletzt. Seit Wochenbeginn wurden rund 3.000 Raketen in Richtung Israel abgefeuert.


Kommentieren


Schlagworte