Vor Entscheidung über mögliches Ende der Maskenpflicht

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„Nach den Öffnungen wird nun auch spekuliert, wann die Maskenpflicht fällt“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach einer Expertenrunde zur Corona-Schutzimpfung am Donnerstag. Am Freitag (28. Mai) werde die Regierung diesbezüglich mit Experten sowie den Landeshauptleuten beraten und über die entsprechenden Beschlüsse informieren.

Man werde sich die Infektionszahlen ansehen und dann informieren, wann die nächsten Sicherheitsstandards abgebaut werden können, um bis zum Sommer in der Normalität anzukommen. „Aber wir werden nicht leichtsinnig werden“, betonte Kurz.

Bald wären zwei Drittel aller Österreicher geimpft, die dies auch wollen. Auch die Sieben-Tages-Inzidenz sei auf einem sehr niedrigen Niveau, betonte der Bundeskanzler. „Nach den Öffnungen wird nun auch spekuliert, wann die Maskenpflicht fällt.“ Entsprechende Beratungen über die nächsten Schritte wird es am 28. Mai geben,

Jüngere würden derzeit sehnsüchtig auf ihre Impfung warten, so Kurz. Nun sollen in allen Bundesländern Impftermine für alle Altersgruppen freigeschaltet werden, damit sich in den nächsten Wochen jeder impfen lassen wird können, der dies auch möchte. Dank einer Verordnung, die laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in einigen Tagen fertig sein wird, werden Impfungen bei den Hausärzten für alle Altersgruppen freigegeben. „Die Ärzte können frei nach persönlichem Risiko entscheiden.“

Der Impfstoffmangel scheint zu Ende zu sein: Pro Woche treffen laut Mückstein 400.000 bis 500.000 Dosen in Österreich ein. In Sachen Impfung für Zwölf- bis 15-Jährige erwarte man in Kürze die Entscheidung der EU-Behörde EMA. Über den Sommer werde man auch in dieser Altersgruppe einen qualifizierten Anteil durchimpfen.

Und nach der Impfung ist vor der Auffrischungsimpfung: Laut Empfehlung der Experten wird man im Herbst einen Booster brauchen, um den Corona-Schutz aufrecht zu erhalten. „Die Bundesländer haben mit den Vorarbeiten für die Logistik bereits begonnen“, sagte der Regierungschef.

Laut dem Impfexperten Herwig Kollaritsch gebe es noch keine genauen Daten, man gehe aber - abhängig vom Präparat - von einer Schutzdauer von sechs bis neun Monaten aus. Daraus ergebe sich, dass man im Herbst mit den Auffrischungen beginnen muss. „Das muss nicht auf den Tag genau sein, aber es ist notwendig, um den Impfschutz zu erhalten.“ Das Virus werde nicht verschwinden.

Was die Diskussion rund um den Grünen Pass betrifft, kündigte Mückstein an, sich die Stellungnahmen aus der Begutachtung genau anzuschauen und den Datenschutz gegen die Notwendigkeit abwägen, der Wissenschaft nötige Daten zu liefern, um medizinische und politische Fragen beantworten zu können.


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