Zentralmatura-Start mit Prüfungen in Deutsch

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Mit den Klausuren im Fach Deutsch hat am Donnerstag für rund 40.000 Schüler die diesjährige Zentralmatura begonnen. Wie schon im Vorjahr steht sie im Zeichen der Corona-Pandemie: Voraussetzung für die Teilnahme ist ein negativer Corona-Test bzw. die Bestätigung einer durchgemachten Infektion. Außerdem wird die Arbeitszeit wieder eine Stunde verlängert und die Jahresnote in die Maturanote einbezogen.

Mit Deutsch stand dabei gleich am ersten Tag jene Reifeprüfung an, die wirklich für alle teilnehmenden Schüler einheitlich ist: Die Maturanten erhielten, egal welche Schulform sie besuchen, die gleichen Aufgabenpakete. In allen anderen Fächern gibt es Unterschiede je nach Schultyp oder bei Fremdsprachen nach Anzahl der unterrichteten Jahre.

In Deutsch konnten die Schüler wie jedes Jahr eines von drei „Aufgabenpaketen“ auswählen, die jeweils zwei voneinander unabhängige Aufgabenstellungen enthalten. Die Maturanten mussten innerhalb von sechs Stunden zwei (bei der Benotung gleich gewichtete) Texte verfassen. Wörterbücher durften verwendet werden, nicht aber Lexika. Eines der drei Pakete muss immer eine literarische Aufgabe enthalten.

Diese war heuer die Interpretation des Textes „Im Verbrauchermarkt“ des österreichischen Autors Werner Kofler. Darüber hinaus gab es als Aufgaben die Zusammenfassung eines Berichts über die Malerin Frida Kahlo, die Erörterung eines Interviews mit dem Schweizer Bestseller-Autor Rolf Dobelli zum Thema „Breaking News“ sowie die Zusammenfassung eines „Furche“-Berichts über Roboterjournalismus („Journalismus ohne Journalisten“). Im letzten Aufgabenpaket enthalten waren die Analyse eines Essays zum Thema „Sind wir alle Voyeure“ aus der „Kleinen Zeitung“ sowie ein Kommentar zum „Gesellschaftlichen Zusammenleben“ anhand einer „Standard“-Reportage.

Laut Bildungsministerium wurden am ersten Maturatag keine Probleme rückgemeldet, hieß es auf APA-Anfrage. Insgesamt sind 500 Kandidaten nicht zur Deutsch-Klausur erschienen, 388 davon BHS-Schüler. Einen eindeutigen Zusammenhang mit Corona gibt es bei 37 Kandidaten mit positivem Coronatest (Antigen oder PCR) bzw. 26 Maturanten, die als K1-Person Kontakt mit einem Infizierten hatten. 73 Kandidaten haben sich wegen anderer Erkrankungen entschuldigt. Diese drei Gruppen - insgesamt 136 Maturanten - können bei Vorlage eines Attests im Juni zum Ersatztermin antreten. 364 fallen in die Kategorie „sonstig nicht angetretene Kandidaten“, wobei zwischen den genannten Gruppen noch Verschiebungen möglich sind.

An den Schulen selbst sorgte je nach Platzverhältnissen die Matura teils für gröbere Organisationsarbeiten: Zwar findet die Reifeprüfung jedes Jahr meist nicht im Klassenzimmer, sondern in größeren Räumen wie Fest-, Turn-, EDV- oder Werksälen statt. Heuer wird aber coronabedingt noch stärker aufgeteilt, was umgekehrt natürlich auch mehr Lehrer für die Aufsicht erfordert, die dann nicht in ihren eigenen Klassen unterrichten können.

Gleich am Freitag folgt mit der Mathematik dann quasi die „Königsdisziplin“ bei der Matura - in diesem Fach setzt es traditionell die meisten Fünfer. Die Matura ist hier nicht für alle Schüler gleich: Zwar werden an allen AHS einheitliche Aufgaben gestellt, an den BHS sind diese aber ganz andere. Innerhalb der BHS-Matura gibt es wiederum einen für alle Schüler einheitlichen Teil und einen, der je nach Zweig in den verschiedenen Schultypen (HTL, Bildungsanstalt für Elementarpädagogik etc.) unterschiedlich ausgestaltet ist.

Aufgrund der uneinheitlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre wird die AHS-Mathe-Matura ab heuer erleichtert: Bisher gab es einen Grundlagenteil sowie einen vertiefenden Teil mit komplexeren, textlastigeren Aufgaben, die mit jeweils 24 Punkten bewertet wurden. Für ein „Genügend“ mussten im Grundlagenteil 16 Punkte erreicht (wobei auch vereinzelte „Bonuspunkte“ in Teil 2 möglich waren) oder insgesamt 24 Punkte gesammelt werden, die genaue Ausdifferenzierung der positiven Note ergab sich dann im vertiefenden Teil.

Ab heuer bleibt zwar der Grundlagenteil unverändert (24 Aufgaben zu je einem Punkt), im textlastigeren vertiefenden Teil werden aber nur mehr zwölf Punkte vergeben - also insgesamt 36. Der Punkteanteil der komplexeren Aufgaben bei der Matura sinkt damit. In diesem vertiefenden Teil selbst gibt es dann eine Aufgabe mit vier unabhängig voneinander zu erreichenden Punkten sowie drei Aufgaben mit jeweils vier Punkten. Weiteres „Zuckerl“: Innerhalb dieser letzten drei Beispiele gibt es auch eine „Best-Of-Wertung“: Für die Benotung werden nur jene beiden herangezogen, in denen die meisten Punkte erzielt wurden. Ein Genügend erhält, wer 17 Punkte schafft. Ab 22 Punkten gibt es ein Befriedigend, ab 27 ein Gut und ab 32 ein Sehr Gut.

Nach Pfingsten geht es bei der Matura weiter mit den Minderheitensprachen (25. Mai), Englisch (26. Mai), Latein und Griechisch (27. Mai), Französisch (28. Mai) und Italienisch (31. Mai). Coronabedingt gibt es heuer zwischen 7. und 11. Juni Matura-Ersatztermine für Schüler, die eine oder mehrere Klausuren versäumt haben, weil sie in Quarantäne oder krank waren bzw. einen falsch positiven Corona-Test abgelegt haben.


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