Seilbahnunglück am Lago Maggiore: Bub in kritischem Zustand

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Ein fünfjähriger Bub, der einzige Überlebende des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore am Sonntag, kämpft um sein Leben. Er befand sich am Montag auf der Intensivstation des Kinderkrankenhauses „Regina Margherita“ in Turin, wo er am Vortag wegen mehrerer Frakturen operiert worden war. Beim Unglück kamen seine Eltern, sein zweijähriger Bruder, sowie seine beiden Großeltern ums Leben.

Die Familie des fünfjährigen Buben, die israelischer Herkunft ist, wohnte seit Jahren in der lombardischen Stadt Pavia. Die in Israel lebenden Großeltern waren zu einem Besuch. Die Familie hatte beschlossen, sich am Sonntag einen Ausflug an den Lago Maggiore zu gönnen.

Zu den Opfern zählt auch ein iranischer Student, der in Rom lebte. Der 23-Jährige hatte seine 27-jährige Freundin besucht, die am Lago Maggiore arbeitete. Beide kamen beim Absturz ums Leben. Verunglückt ist auch ein junges Paar aus der lombardischen Stadt Varese, berichteten die Behörden.

Die Staatsanwaltschaft der Gemeinde Verbania in der Region Piemont übernahm die Ermittlungen. Die Gondel der bei Touristen beliebten Seilbahn war nach Angaben der Behörden am Sonntag auf dem Weg von der Kleinstadt Stresa zum Gipfel des Berges Mottarone unterwegs, als sie gegen Mittag aus rund 20 Metern Höhe abstürzte. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Stresas Bürgermeisterin Marcella Severino sagte, Wanderer in der Nähe hätten vor dem Absturz ein lautes Zischen gehört, was auf einen Riss des Seiles hindeuten könne. Dann sei die Gondel nach ihrem Aufprall noch ein Stück den bewaldeten Berghang hinuntergerollt. Einige Menschen seien in der Gondel eingeschlossen und andere hinausgeschleudert worden.

Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, sprach von einer „Tragödie“ an einem Wochenende des Neustarts für den Tourismus. „Wir warteten mit Hoffnung auf den Sommer. Unsere Freude ist jetzt zerstört worden. Diese Tragödie hat Menschenleben und Hoffnungen zerstört“, so Cirio.


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