Schallenberg kritisiert Minsk: Tiefpunkt in den Repressionen

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Nach der erzwungenen Landung eines Ryanair-Flugzeugs in Minsk hat Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Montag heftige Kritik am Vorgehen der weißrussischen Führung geübt. „Dass das belarussische System offensichtlich nicht davor zurückschreckt, über 100 Passagiere sowie die Crewmitglieder in Gefahr zu bringen, um eine weitere oppositionelle Stimme zu unterdrücken, ist ein neuer, absoluter Tiefpunkt in den Repressionen“, ließ Schallenberg auf Anfrage der APA wissen.

„Durch einen schwerwiegenden Eingriff in den internationalen Flugverkehr eines Regimegegners habhaft zu werden und dadurch die Zivilgesellschaft weiter zu unterdrücken, ist inakzeptabel“, wurde Schallenberg laut seinem Büro zitiert. „Wir verlangen die sofortige und bedingungslose Freilassung von Roman Protassewitsch und allen anderen politischen Gefangenen sowie die restlose Aufklärung von den belarussischen Behörden. Dieser Vorfall muss rasch, umfassend und vor allem unabhängig untersucht werden.“

Im Wiener Außenministerium habe es am Montag Gespräche mit dem belarussischen Botschafter gegeben, hieß es weiter. Dabei sei ein „scharfer Protest“ gegen das Vorgehen Weißrusslands am Sonntag zum Ausdruck gebracht worden.

Behörden der autoritär regierten Republik Belarus (Weißrussland) hatten am Sonntag ein Ryanair-Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gebracht. Dabei stieg auch ein Kampfjet vom Typ MiG-29 auf, wie das Militär in Minsk bestätigte. An Bord der Ryanair-Maschine war nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna der von Lukaschenko international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch, der in Minsk festgenommen wurde. Offenbar wurde auch seine aus Russland stammende Begleiterin in Gewahrsam genommen. Die EU verurteilte das Vorgehen geschlossen und forderte ebenfalls Protassewitschs Freilassung.


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