Klagenfurt geht als Außenseiter in Duell mit St. Pölten

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Austria Klagenfurt will nach über zehn Jahren Wartezeit wieder in die höchste Spielklasse, der SKN St. Pölten indes auch das zweite Relegations-Duell in jüngster Zeit gewinnen. Vor dem Hinspiel im Kampf um das Bundesliga-Ticket am Mittwochabend im Wörthersee-Stadion (18.00 Uhr/live Sky) dürfen sich die Niederösterreicher in der Favoritenrolle wähnen. Die Kärntner hoffen nach der erst am Wochenende fixierten Chance naturgemäß auf mehr.

Vor bis zu 3.000 Zusehern im EM-Stadion von 2008 setzt die Austria auf die jüngsten Erfolgserlebnisse. Während die Klagenfurter acht der zurückliegenden neun Spiele in der 2. Liga gewannen und im Liga-Finish noch an Wacker Innsbruck vorbeizogen, hat St. Pölten in diesem Kalenderjahr von 20 Bewerbspartien nur eine gewonnen. 13 Niederlagen setzte es für die „Wölfe“ dabei. Peter Pacult will sich aber davon nicht täuschen lassen.

„Wenn man sich die Resultate ganz genau anschaut, ist auffällig, dass St. Pölten eigentlich immer ebenbürtig war, meist nur mit einem Tor verloren hat. Sie sind seit fünf Jahren in der Bundesliga. Für uns muss in diesen beiden Spielen schon alles passen, um sie zu biegen“, sagte der Trainer der Kärntner Austria. Der seit Jahresbeginn am Wörthersee arbeitende Wiener schob die Favoritenrolle dem Gegner zu.

„Sicherlich ist St. Pölten als gestandener Erstligist der klare Favorit, aber wir haben unglaublich hart gearbeitet, um diese Chance zu erhalten“, meinte Pacult. Ziel für Mittwoch sei es, ein Ergebnis zu schaffen, das für das Rückspiel am Samstag in St. Pölten alle Möglichkeiten offen hält. Ins offene Messer wolle man bei aller Euphorie nicht laufen. Klagenfurts Top-Stürmer Markus Pink (18 Saisontore) sah einen kleinen Vorteil für sein Team. „Weil es schon auf der Zielgeraden der 2. Liga alles Endspiele für uns waren und wir diesem Druck standgehalten haben.“

Zuletzt war die Lindwurmstadt mit dem durch politische Hilfe installierten SK Austria Kärnten 2010 in der Bundesliga präsent gewesen, der damals nach dem Abstieg auch keine Lizenz für die zweithöchste Spielklasse erhielt und Insolvenz anmelden musste. Der Vorgängerclub FC Kärnten war 2004 nach drei Saisonen aus dem Oberhaus abgestiegen. Pacult war damals Trainer des Vereins.

Bei St. Pölten fehlt just in den entscheidenden Auftritten um die Rettung der gesamten Saison mit Christoph Riegler ein wichtiger Akteur. Der Kapitän und Torhüter zog sich bereits vor dem Liga-Spiel bei der Austria vor eineinhalb Wochen eine Schulterblessur zu und spielte dann mit Schmerzmitteln. Wie genauere Untersuchungen ergaben, ist ein Band eingerissen. Riegler wird damit in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.

Gerald Baumgartner setzte schon in der abschließenden Runde gegen Hartberg (0:1) auf Armin Gremsl im Tor. „Er hat seine Sache gut gemacht“, meinte der SKN-Trainer. Neben Riegler fällt mit Luan noch ein weiterer von einer Handvoll Akteuren aus, die schon 2018 dabei war, als St. Pölten gegen Wiener Neustadt ebenfalls in die Relegation musste. Damals setzte sich der SKN ohne großes Zittern durch.

Baumgartner übernahm die Mannschaft erst Ende April, in den vier Runden unter seinem Kommando sah der Salzburger eine Steigerung. „Wir wollen natürlich alles daran setzen, ein sehr gutes Ergebnis einzufahren. Ich denke, wir sind gut vorbereitet“, meinte Baumgartner. Seine Elf werde „alles reinhauen“, auch Klagenfurt habe Stärken und Problemzonen. „Die wollen wir bespielen.“ Die Vorbereitung auf die Partie absolvierten die Niederösterreicher bereits seit Montag in Kärnten.

„Laut Papierform wird der Bundesligist immer höher eingeschätzt werden, aber Klagenfurt hat eine sehr gute Mannschaft und einen sehr erfahrenen Trainer. Sie haben die Qualität, in der Bundesliga mitzuspielen“, meinte Baumgartner auch. Er muss am Mittwoch auch George Davies vorgeben, der Flügelstürmer könnte aber im Rückspiel wieder dabei sein.


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