WKStA-Vertreter berichtet von weiteren Behinderungen

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Laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) reißen die Behinderungen und „Störfeuer“ bei den Ermittlungen nicht ab. Jüngste Eskalation sei eine Dienstaufsichtsprüfung in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vergangenen Freitag gewesen, berichtete Oberstaatsanwalt Matthias Purkart bei seiner Befragung im Ibiza-Untersuchungsausschuss. „Leider konnten wir keine Besserung wahrnehmen“, sagte er zum Arbeitsklima in der Justiz.

Die Causa Ibiza sei ein „Ermittlungskomplex, der immer umfangreicher wird“, berichtete Purkart, der bereits im vergangenen Jahr als Auskunftsperson befragt worden war. Man ermittle mittlerweile in sehr vielen Komplexen, die allesamt einen gewissen Zusammenhang hätten - personell wie auch sachlich. Und: „Da spielt sich auch einiges hinter den Kulissen ab.“

Laut Purkart dürfte es aus den erhaltenen Daten, die derzeit ausgewertet werden, noch zu einigen weiteren Erkenntnissen kommen. Zudem gebe es Zufallsfunde im Zuständigkeitsbereich anderer Staatsanwaltschaften, auch ein erster Strafantrag sei bereits gestellt worden. Allerdings entschuldigte sich der Oberstaatsanwalt in seinem Eingangsstatement, dass er auch diesmal zu laufenden Ermittlungen nur äußerst eingeschränkt Auskunft geben könne.

Die WKStA arbeite mittlerweile sehr eigenständig, betonte deren Vertreter, auch wenn es an Ressourcen mangle. In einer Sache habe man allerdings noch keine Lösung gefunden: Die von auch anderen Vertretern der Behörde erhobenen Vorwürfe teils politischer „Störfeuer“. Hoffnungen auf eine Besserung seien erst vor kurzem zerstört worden - mit der nächsten Dienstaufsichtsprüfung, diesmal in der Causa Kurz.

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Immer wieder habe es auch Gespräche mit dem Leiter der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien, Johann Fuchs, und dem mittlerweile suspendierten Sektionschef im Justizressort, Christian Pilnacek, gegeben, erklärte Holzer auf entsprechende Fragen. Dabei sei es aber über operativ strategische Dinge im Zusammenhang mit den Ibiza-Ermittlungen gegangen. Etwa wie man grundsätzlich damit umgehe, dass zwei Staatsanwaltschaften involviert sind.

Abermals Thema war am Dienstag auch ein Treffen Holzers mit dem Ibiza-Anwalt im Jahr 2015, bei dem es um belastendes Material über den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ging. Holzer soll dem Informanten vom damaligen ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger empfohlen worden sein. Am Dienstag stellte der BKA-Chef in Abrede, Kaltenegger zu kennen. Über das Treffen mit dem Ibiza-Anwalt habe er damals einen Aktenvermerk angelegt. Das Verfahren sei aber von der Staatsanwaltschaft - und nicht von ihm - eingestellt worden, weil man keinen weiteren Kontakt mit dem Informanten habe herstellen können, so Holzer.

Als der grüne Abgeordnete David Stögmüller Holzer zu einem möglichen Konnex der Causa Ibiza mit dem Wirecard-Komplex fragte, meinte dieser, er könne dies nur in nicht öffentlicher Sitzung sagen. Dies geschah dann auch gegen Ende der Befragung, wofür der Ausschuss das Lokal wechseln musste. Eine weitere Verzögerung hatte davor Baulärm verursacht, weswegen der Ausschuss kurz pausieren musste.

Nach Ende der ersten Befragung gaben die Fraktionsführer von SPÖ und NEOS, Jan Krainer und Stephanie Krisper, bekannt, dass am 24. Juni Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und ÖBAG-Chef Thomas Schmid nochmals geladen werden sollen. Alle drei waren bereits als Auskunftsperson im U-Ausschuss. ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger sah darin die übliche Inszenierung.


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