Kritik an Schwarzenberg wegen Verharmlosung sexueller Gewalt

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Dem tschechischen Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg wird vorgeworfen, sexuelle Gewalt zu verharmlosen. Der Ehrenvorsitzende der liberal-konservativen TOP 09 hatte nämlich seinen Parteikollegen Dominik Feri verteidigt, dem entsprechende Vorwürfe gemacht werden. Schwarzenberg sagte nämlich laut Medienberichten vom Freitag, dass er gegen Gewalt sei. Doch bemühten sich „Burschen in seinem Alter (Feri ist 25, Anm.) schon seit zehntausenden Jahren, Mädchen ins Bett zu bringen“.

Die Attacken gegen Feri seien „heuchlerische Orgien“, sagte der für pointierte Aussagen bekannte 83-jährige Ex-Außenminister weiter. TOP 09-Chefin Marketa Adamova Pekarova distanzierte sich von Schwarzenbergs Aussage. „Ich würde es nicht so sagen, wie einer der Kollegen. So kann man sich wirklich nicht äußern“, sagte sie in Anspielung auf Schwarzenberg.

Der Unternehmer Ondrej Kania erwägt wegen Schwarzenbergs Aussagen sogar den Parteiaustritt. Es sei „ungeheuerlich“, so ein Verhalten zu verharmlosen, betonte Kania, der nach eigenen Worten einst gerade wegen Schwarzenberg TOP 09 beigetreten sei. Kania fordert von Schwarzenberg eine Entschuldigung.

Der Chef der christdemokratischen Volkspartei (KDU-CSL), Marian Jurecka, verurteilte Schwarzenberg mit den Worten, jegliche gewalttätige Handlungen gegenüber Frauen, einem Kind oder einem alten Menschen hätten in einer kultivierten Gesellschaft nichts zu tun. „Man kann das keineswegs verharmlosen oder relativieren“, so Jurecka. Schwarzenberg sieht aber keinen Grund zur Entschuldigung, weil er die Situation „nicht verharmlost“.

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Feri selbst wies die Anschuldigungen zurück und kündigte an, sich vor Gericht gegen die Vorwürfe zu wehren. Mehrere junge Frauen hatten schwere Vorwürfe gegen Feri erhoben. Sie seien von ihm ohne Zustimmung zum Sex gedrängt worden. Die Polizei teilte bisher lediglich mit, dass sie den Informationen im Bericht über Feri nachgehe.


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