Wieder Tote bei Protesten in Kolumbien

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In Kolumbien sind vier Menschen am Freitag bei landesweiten Demonstrationen getötet worden. In Cali, dem Zentrum der Proteste, bestätigte der Bürgermeister Jorge Ospina drei Tote. Zwei Personen wurden getötet, als ein Polizist in die Menge feuerte, bevor dieser selbst getötet wurde, sagte Generalstaatsanwalt Francisco Barbosa im Fernsehen. Der vierte Todesfall trug sich laut Berichten auf der Straße zwischen Cali und Candelaria zu. Präsident Iván Duque setzt auf Härte.

Die Demonstrationen in anderen Städten verliefen größtenteils friedlich, obwohl es Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten gab. Der für die Staatsanwaltschaft tätige Polizist in Cali sei zum Zeitpunkt der Tötungen nicht im Dienst gewesen, sagte Barbosa.

Nach rund einem Monat mit Protesten verschärfte Präsident Duque den Einsatzbefehl für die Sicherheitskräfte erneut. „Von diesem Abend an beginnt der maximale Einsatz des Militärs bei der Unterstützung der Polizei in der Stadt Cali und dem Valle del Cauca“, sagte Duque, der in die südwestlich der Hauptstadt Bogotá gelegene Stadt gereist war, in einem Video auf Twitter am Freitagabend (Ortszeit).

Seit dem 28. April setzen Zehntausende die Regierung erfolgreich unter Druck gesetzt, die Steuer- und Gesundheitsreformen zurückzunehmen. Finanzminister Alberto Carrasquilla musste zurücktreten. Seit der Rücknahme der Steuerreform zu Beginn des Monats haben sich die Forderungen der Demonstranten auf ein Grundeinkommen, Chancen für junge Menschen und ein Ende der Polizeigewalt ausgeweitet.

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Insgesamt wurden bisher 17 zivile Todesfälle von der Regierung bestätigt. Zwei weitere Polizeibeamte seien ebenfalls während der Proteste getötet worden. Menschenrechtsgruppen behaupten, dass Dutzende weitere Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden seien. Nach Angaben der nationalen Ombudsstelle starben im Zusammenhang mit den Protesten mindestens 42 Menschen, viele durch Polizeigewalt.

Kolumbien erholt sich derzeit von einem mehr als 50 Jahre langen Bürgerkrieg, in dem 220.000 Menschen starben. 2016 schloss die kolumbianische Regierung Frieden mit der linken FARC-Guerilla. Die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus boomte - doch der Frieden ist brüchig, die Polizeigewalt ein Rückschlag.


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