Fünf Tote bei Angriff mutmaßlicher Islamisten in Mali

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Bei einem Angriff mutmaßlicher Islamisten sind nach Angaben malischer Sicherheitskreise im Süden des Landes fünf Menschen getötet worden. Nach dem zweiten Putsch in Mali binnen eines Jahres wollen unterdessen Staats- und Regierungschefs der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS am Sonntag über eine gemeinsame Reaktion beraten. An dem Sondergipfel in Ghana sollte auch Malis neuer Übergangspräsident Assimi Goïta teilnehmen.

Der in der Nacht auf Sonntag verübte Angriff in Mali richtete sich laut Sicherheitskreisen gegen einen Polizeiosten in der Nähe der Stadt Bougouni. Unter den Toten sei ein Polizist, die anderen seien Zivilisten, sagte der Informant, der anonym bleiben wollte.

Ein örtlicher Politiker sagte, den angegriffenen Posten teilten sich Polizisten und Beamte der Waldbehörde. Er befinde sich auf einer wichtigen Straßenverbindung zwischen Mali und der Elfenbeinküste. Der Süden des Landes war bisher weitgehend von islamistischen Angriffen verschont geblieben.

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von starker Instabilität geprägt. Die meist jihadistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht.

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Nach dem zweiten Putsch in Mali innerhalb eines Jahres beraten unterdessen die Staats- und Regierungschefs der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS am Sonntag über eine gemeinsame Reaktion. An dem Sondergipfel sollte auch Malis neuer Übergangspräsident Assimi Goïta teilnehmen, der schon den ersten Putsch im August angeführt hatte. Der Oberst reiste laut Präsidialamt bereits am Samstag in die ghanaische Hauptstadt Accra. Nach dem ersten Umsturz im August hatte die westafrikanische Gemeinschaft die Grenzen zu Mali geschlossen und die finanziellen Transaktionen sowie den Handelsaustausch mit dem Land gestoppt.

Nach dem Putsch gegen den bisherigen malischen Übergangspräsidenten Bah Ndaw und dessen Regierungschef Moctar Ouane am vergangenen Montag hatte das Verfassungsgericht Goïta zum neuen Interimspräsidenten erklärt. Der Armee-Oberst und bisherige Stellvertreter von Ndaw solle nun den Übergangsprozess im Land bis zum Ende führen, erklärte das Gericht am Freitag.

Goïta war Anführer der Putschisten, die im August 2020 den gewählten Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta nach anhaltenden Protesten gestürzt hatten. Ndaw und Ouane sollten die Rückkehr zur Zivilherrschaft sicherstellen. Anfang der Woche nahm das Militär sie aber fest und zwang sie zum Rücktritt. Goïta warf ihnen vor, die Übergangsvereinbarungen verletzt zu haben, nachdem sie bei einer Kabinettsumbildung zwei Putschvertreter unabgesprochen auf den Schlüsselposten als Verteidigungs- und Sicherheitsminister ersetzt hatten.

Die internationale Gemeinschaft hatte die jüngsten Entwicklungen in Mali scharf verurteilt, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem „Staatsstreich im Staatsstreich“. In einem Interview mit der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ drohte Macron nun, die französischen Soldaten aus dem westafrikanischen Staat abzuziehen, sollte sich dieser dem Islamismus zuwenden.

In Mali gebe es derzeit die „Versuchung“, sich dem radikalen Islamismus anzunähern, sagte Macron. Er fügte hinzu: „Radikaler Islamismus mit unseren Soldaten dort? Niemals“. Gegenüber den westafrikanischen Staats- und Regierungschefs habe er deutlich gemacht, dass diese keine Regierung unterstützen dürften, die „keine demokratische Legitimität mehr“ habe, sagte der französische Staatschef in dem Interview weiter.


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