Landtagswahl in Sachsen-Anhalt läuft

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Im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat am Sonntag eine mit Spannung erwartete Landtagswahl begonnen. Sie ist das letzte Kräftemessen der deutschen Parteien vor der Bundestagswahl Ende September. In den meisten Umfragen vor der Wahl waren die Christdemokraten (CDU) von Ministerpräsident Reiner Haseloff mit knapp 30 Prozent der Stimmen stärkste Partei. Auf dem zweiten Platz folgte die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland).

In einer einzigen Umfrage hatte die AfD, deren Landesverband in Sachsen-Anhalt unter Rechtsextremismusverdacht steht, die Nase vorne. Mit knapp 2,2 Millionen Einwohnern zählt Sachsen-Anhalt zu den kleineren deutschen Bundesländern. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 und der Wiedergeburt der zu DDR-Zeiten aufgelösten ostdeutschen Länder hat die CDU die meiste Zeit den Regierungschef gestellt. Haseloff ist seit 2011 im Amt.

Schon bei der Wahl 2016 war AfD aus dem Stand mit mehr als 24 Prozent zweitstärkste Partei geworden. Haseloffs schwarz-rote Koalition verlor die Mehrheit. Er bildete daraufhin ein Dreier-Bündnis unter Einbeziehung der Grünen, das in Deutschland wegen der Parteifarben (Schwarz-Rot-Grün) „Kenia-Koalition“ genannt wird.

Nach den Umfragen könnte Haseloff diese Koalition wahrscheinlich fortsetzen. Es wären aber auch andere Kombinationen denkbar, da die Liberalen (FDP) nach zweimaligem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde nun wieder in den Magdeburger Landtag einziehen dürften. Einig sind sich alle Parteien darin, dass sie eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen. Bei der CDU gilt das auch für die Partei Die Linke, die aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangen ist und bei der vorigen Wahl drittstärkste Kraft wurde.

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Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist auch die erste Landtagswahl seit der Nominierung des deutschen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet zum gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und ihrer bayerischen Schwesterpartei CSU. Er hatte sich in einem internen Machtkampf gegen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt, der aber in Sachsen-Anhalt viele Anhänger hat. Laschet kämpft bei der Bundestagswahl am 26. September um die Nachfolge der langjährigen CDU-Kanzlerin Angela Merkel, die nach vier Amtszeiten und 16 Regierungsjahren nicht mehr antritt.

Mit ersten Prognosen der Fernsehsender zum Wahlausgang wird gleich mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr gerechnet, mit ersten Hochrechnungen bald danach. Das vorläufige amtliche Endergebnis dürfte gegen Mitternacht vorliegen.


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