Peru wählt neuen Präsidenten

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Die Peruaner wählen am Sonntag einen neuen Präsidenten. Meinungsumfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Stichwahl zwischen der rechtsgerichteten Keiko Fujimori und dem linken politischen Quereinsteiger Pedro Castillo an. Die 46-jährige Fujimori verbrachte mehrere Monate in Haft wegen Korruptionsvorwürfen, die sie bestreitet. Wenn sie gewinnt, wird das Strafverfahren gegen sie während ihrer Amtszeit eingestellt. Erste Ergebnisse werden am Montagfrüh erwartet.

Fujimori ist die Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori und wird vor allem von städtischen und einkommensstärkeren Peruanern unterstützt. Sie verspricht wirtschaftliche Stabilität und eine Politik des freien Marktes im Land des zweitgrößten Kupferproduzenten der Welt.

Ihr Vater Alberto Fujimori verbüßt wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen eine 25-jährige Haftstrafe. In seiner Amtszeit (1990-2000) ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen, das Parlament wurde entmachtet. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert. Keiko Fujimori will im Falle eines Wahlsiegs ihren Vater begnadigen.

Der 51-jährige Castillo ist Grundschullehrer und ein führender Gewerkschaftler. Er hat mit dem Versprechen, den Bergbausektor zu verstaatlichen, die Unterstützung der armen Landbevölkerung Perus geweckt und Investoren verängstigt. Auch will er die Steuerregelungen für multinationale Unternehmen ändern und die Verfassung des Landes neu schreiben.

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Viele Peruaner hegen ein tiefes Misstrauen gegenüber Politikern, nachdem in den letzten zwei Jahrzehnten gegen fünf ehemalige Präsidenten wegen Korruption ermittelt oder sie strafrechtlich verfolgt wurden. Allein im vergangenen November wechselte das Land innerhalb weniger Tage drei Präsidenten. Zudem macht dem südamerikanischen Land die Corona-Pandemie schwer zu schaffen. Es gehört zu den Ländern mit der höchsten Sterblichkeitsquote weltweit, zudem brach die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 12,9 Prozent ein.


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