Symphoniker feiern Auftakt zur Freiluftsaison vor Belvedere

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Es mag ob der inflationären Verwendung abgegriffen wirken, Beethovens 9. Symphonie als universelle Jubelhymne einzusetzen, und doch: Was wäre besser zur Feier des Kulturneustarts nach den Corona-Lockerungen geeignet, als die „Ode an die Freude“? Und so ging Sonntagabend vor dem Wiener Schloss Belvedere eine topbesetzte Interpretation des Werks vor 500 Gästen über die Bühne - als eines der erste Open-Air-Konzerte der postcoronalen Zeit und Abschluss eines Beethoven-Tages.

Zum Glück war das einzige Wasser des Abends den aufwendigen Wasserspielen im Belvedere-Garten vorbehalten, die in den vergangenen Jahren restauriert wurden. Und so blieben die Wiener Symphoniker bei ihrem Auftritt trocken, während sie von der US-Maestra Karina Canellakis in strenger Haltung mit flottem, stark durchrhythmisiertem Gestus geführt wurden. Die hochkarätige Sängerriege bildeten die beiden etablierten Stars Camilla Nylund und Piotr Beczała, an deren Seite Staatsopern-Ensemblemitglied Ryan Speedo Green und Opernstudio-Mitglied Patricia Nolz sangen.

Live konnten in der Mittelachse vor dem Oberen Belvedere 500 Gäste das Konzert verfolgen. Im Vorfeld gingen dabei kostenlose Tickets unter anderen an Personal aus dem Gesundheitswesen und dem Handel. „Ganz bewusst haben wir uns dazu entschieden, im Rahmen dieses einzigartigen Konzertabends Danke zu sagen: Danke an die vielen Heldinnen und Helden der Corona-Krise“, begründete ORF-III-Programmgeschäftsführer Peter Schöber in einer Aussendung die Geste.

Sein Sender übertrug das Event in der Bildregie von Routinier Felix Breisach zeitversetzt im Rahmen von „Wir spielen für Österreich“, der etablierten Schiene aus der Coronazeit. Europaweit wurde das Wiener Konzert dabei von Arte ausgestrahlt - eingebettet in einen internationalen Konzerttag zu Ehren Beethovens. So bildete die 9. Symphonie den Abschluss eines Fernsehtages, an dem alle Symphonien des Komponisten aus neun Städten übertragen wurden, beginnend mit der 1. Symphonie aus seiner Heimatstadt Bonn in der Interpretation des Mahler Chamber Orchestra unter Daniel Harding und endend eben mit der 9. Symphonie aus seiner Wahlheimatstadt Wien.

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