FPÖ stellt Weichen für Nachfolge von Norbert Hofer

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Die FPÖ stellt am Montag die Weichen für die Nachfolge von Norbert Hofer, der letzten Dienstag als Parteichef zurückgetreten ist. Bereits seit 8 Uhr früh tagt das Parteipräsidium in Wien, ein Ende war auch nach Mittag nicht absehbar. Klubobmann Herbert Kickl, der wiederholt seine Bereitschaft zur Obmannschaft erklärt hatte, unterstrich dies vor Sitzungsbeginn: Seine Position sei „bekannt“, sagte er. Hofer selbst erklärte, er werde sich bei der Entscheidung nicht einmischen.

Der zurückgetretene Parteichef verließ die Sitzung kurz vor Mittag vorzeitig, ohne sich den wartenden Journalisten zu stellen. Wie die „Kronen Zeitung“ berichtete, wurde er um 11.30 Uhr am Hintereingang der Bundesgeschäftsstelle von seinem Chauffeur abgeholt. „Es läuft gut“, sagte er lediglich, die Sitzung verlasse er wegen eines Termins.

Inhaltlich drang bisher nichts aus der Sitzung nach außen. Neben Hofer war auch FPÖ-Volksanwalt Walter Rosenkranz vorzeitig gegangen, ebenfalls aus terminlichen Gründen, wie er gegenüber den wartenden Journalisten betonte. Über die Gespräche wollte er nichts sagen: „Ungelegte Eier werden nicht kommentiert.“ Bei seinem Eintreffen in der Früh hatte er sich klar für Kickl ausgesprochen, dieser mache seine Sache im Nationalrat „ausgezeichnet“. Auch plädierte Rosenkranz für eine rasche Entscheidung: „Worauf warten, wenn es nichts mehr zu warten gibt? Rasche Entscheidungen sind oft gute Entscheidungen.“

Hofer selbst wollte sich auch im Vorfeld zu seiner Nachfolgeregelung nicht äußern. „Das Gremium wird beraten, es wird eine kluge Entscheidung treffen“, hatte er bei seinem Eintreffen lediglich erklärt. „Ich werde mich aber nicht einmischen“, denn es sei immer schlecht, wenn der alte Firmenchef derartiges tue. Nach seinem Verhältnis zu Kickl befragt - der Hofer in den vergangenen Wochen teils kräftig kritisiert hatte und dessen Aussagen Hofer selbst als (Mit-)Grund für seinen Rückzug genannt hatte - zeigte der Burgenländer Milde: „Ich bin keiner, der irgendwem besonders lange böse sein kann“, sagte Hofer. Und: „Ich bin froh, dass ich nach den Strapazen der letzten Jahre jetzt ein bisschen mehr Zeit für die Familie habe.“

Kickl selbst verwies vor der Sitzung lediglich auf seine bekannte Bereitschaft, das Amt zu übernehmen. „Schauen wir einmal, ob heute weißer Rauch aufsteigt.“

Zurückhaltend äußerte sich FPÖ-OÖ-Chef Manfred Haimbuchner, der sich in den vergangenen Tagen mehrmals klar gegen Kickl als Parteichef ausgesprochen hatte. Gefragt, ob dieser der richtige Mann sei, sagte der Landesparteichef: „Das wird eine Mehrheit entscheiden. Ich werde eine bestimmte Meinung äußern.“

Andere Präsidiumsmitglieder positionierten sich klar für den Klubobmann: Salzburgs Parteichefin Marlene Svazek erklärte, sie wäre überrascht, wenn jetzt „über Nacht“ ein neuer Kandidat dazugekommen wäre. „Heute im Präsidium wird eine Entscheidung fallen“, rechnet sie mit einer raschen Festlegung sowohl in Sachen Parteichef wie auch betreffend eines Termins für einen Sonderparteitag, der für die Obmann-Neuwahl notwendig ist. Mit Herbert Kickl wisse man, „was man bekommt“, warb sie für den Klubobmann. Auch Kärntens neuer Landesparteichef Erwin Angerer unterstrich seine bereits geäußerte positive Haltung gegenüber Kickl.

Etwas zurückhaltender äußerte sich der steirische Landesparteichef Mario Kunasek. Kickl sei sicher ein „guter Mann“, es gebe aber „auch andere Optionen“. Es gehe aber nicht nur ums Personelle, „sondern auch um Weichenstellungen inhaltlicher Natur“, sagte Kunasek. Abgeordneter Harald Stefan, der derzeit als ältester Obmann-Stellvertreter formal die Parteiführung innehat, gab sich zu einem Ergebnis am heutigen Montag zurückhaltend. Gröbere Differenzen in der Partei wollte er keine erkennen, diese sei „Gottseidank sehr geeint“.


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