Weltweiter Schlag gegen die Drogenszene

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Es ist ein internationaler Schlag gegen die Drogenszene: Nachdem Ermittler die verschlüsselte Kommunikation von Drogenhändlern ausgewertet haben, wurden am Montag in zahlreichen Ländern Durchsuchungen durchgeführt. Allein in Deutschland gab es Razzien in mehr als 100 Wohnungen, Hallen und Geschäftsräumen. Nach Informationen der APA soll es auch in Österreich zu mehreren Einsätzen und Festnahmen gekommen sein. Eine Bestätigung des Bundeskriminalamtes lag zunächst nicht vor.

Die internationale Operation war laut Europol einzigartig. Nach Angaben des deutschen Landeskriminalamtes (LKA) in Wiesbaden gab es dabei Festnahmen, die Zahl wurde zunächst nicht bekannt. Es sei auch um Waffenbesitz gegangen. In Deutschland lag der Schwerpunkt der Ermittlungen mit teils schwer bewaffneten Einsatzkräften demnach in Hessen. Die Aktionen in der Bundesrepublik waren Teil des weltweiten Schlags gegen die Drogenkriminalität, wie Sprecher des hessischen LKA und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft (ZIT) Frankfurt sagten. Das Landeskriminalamt führte die Ermittlungen in Deutschland federführend. Die Operation in Deutschland sei durch Ermittlungen von Experten der ZIT und des Bundeskriminalamts ins Rollen gebracht worden.

Durchsuchungen habe es sowohl in Europa unter der Koordination von Europol als auch außerhalb von Europa gegeben, berichteten die Sprecher. Nach Europol-Angaben waren 16 Länder beteiligt. Die Operation sei die bisher anspruchsvollste Aktion gewesen, die Aktivitäten von weltweit tätigen Verbrechern zu unterbinden.

Ausgangspunkt für die großangelegte Operation sei das Auswerten von verschlüsselter, internetbasierter Kommunikation gewesen, die für die illegalen Drogengeschäfte genutzt wurde, sagten die Sprecher des Landeskriminalamtes und der ZIT. Da dieses sogenannte Krypto-Netzwerk international genutzt worden sei, erstreckten sich die Ermittlungen weltweit.

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Sicherheitsbehörden beklagen sich immer wieder, dass die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Chatdiensten ihre Ermittlungen erschwert. Dabei sind die Inhalte der Kommunikation grundsätzlich nur für die Teilnehmer des Chats im Klartext sichtbar, nicht aber für den Plattform-Anbieter. Die modernen Verschlüsselungsverfahren sind meist kaum zu knacken.

Vor einiger Zeit wurde aber bekannt, dass es Polizeibehörden aus mehreren europäischen Ländern nach jahrelangen Anstrengungen gelungen war, an Inhalte aus dem verschlüsselten Dienst Encrochat heranzukommen. Dadurch konnten unter anderem französische Ermittler Informationen von Smartphones Verdächtiger abgreifen und teilten sie unter anderem mit ihren niederländischen Kollegen.

Europol will am Hauptsitz in Den Haag am Dienstag Einzelheiten zu der Aktion bekanntgeben. An der Pressekonferenz nehmen Vertreter von Europol, des amerikanischen FBI sowie der Polizei aus den Niederlanden, Schweden und Australien teil.


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