Salzburgerin Katharina Ferner nimmt am Bachmann-Preis teil

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„Es liegt eine leichte Anspannung in der Luft.“ So beschreibt die Salzburger Schriftstellerin Katharina J. Ferner ihre Stimmung angesichts des am 16. Juni startenden Lesereigens um den Bachmann-Preis. Dass der Limbus-Verlag, bei dem 2020 ihr Roman „Der Anbeginn“ und im Jahr davor der Gedichtband „nur einmal fliegenpilz zum frühstück“ erschien, einen ihrer Texte für das Wettlesen eingereicht hat, sei für sie „ein logischer Schritt“ gewesen, sagt Ferner im Gespräch mit der APA.

„Ich hatte das Gefühl, dass ich einen passenden Text habe.“ Das Gefühl gab ihr recht, Jurorin Brigitte Schwens-Harrant lud die 1991 geborene Autorin für den Wettbewerb ein. „Das Spannendste für mich war, wer noch mit dabei ist“, erzählt Ferner. „Es ist unheimlich schön, gerade nach dem Jahr des Leerlaufs diese Chance zu bekommen. Aber im Endeffekt geht es mir beim Schreiben immer um das Schreiben und nicht um irgendwelche Auszeichnungen.“

Mit dem Schreiben begonnen hat die Salzburgerin schon in ihrer Zeit am Musischen Gymnasium, wo sie Literatur als Schwerpunkt belegt hatte. Mit 17 besuchte sie mit der Klasse die Rauriser Literaturtage und sog diese Atmosphäre in sich auf. In ihren Gesprächen mit den dort anwesenden Autorinnen und Autoren konkretisierte sich ihr Wunsch, hauptberuflich Schriftstellerin zu werden. Erste Erfolge gaben ihr recht: Im Jahr 2009 gewann sie mit von ihr verfassten Texten den Salzburger Preis „Wir lesen uns die Münder wund“.

Nach der Matura ging Ferner nach Wien und studierte Slawistik. Zuerst hatte sie es mit Germanistik versucht, aber rasch festgestellt, dass sie das Fach wenig spannend fand. „Slawistik hat mir mehr Neues eröffnet“, erzählt sie. Es war nicht nur der sprachliche Blick über den Tellerrand, sondern auch das Eintauchen in die Literatur dieser Länder, das sie damals geprägt hat. „Das liegt außerhalb des Kanons, was man sonst bei uns liest.“

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Die Salzburgerin, die mittlerweile wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt ist, ist viel unterwegs. Stipendien oder Aufenthalte als Stadtschreiberin – beispielsweise in Stuttgart – geben ihr die Möglichkeit, sich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. „Ich kann nicht sozial sein, wenn ich mich auf einen Text einlasse“, sagt die Autorin: „Ich lebe dann in dieser Geschichte.“ Da bleibt wenig Platz für den Alltag, für Kontakte mit Freunden und Familie. Welchem Projekt sie sich als nächstes intensiv widmen wird, weiß sie noch nicht. Es gebe mehrere Dinge, die sie beschäftigen, die Entscheidung, auf was sie sich fokussiere, sei noch nicht gefallen. Aber: „Ich finde langsam wieder den Atem für einen Roman.“

Ferner ist vielseitig. Sie veröffentlicht Lyrik und Prosa, in den Monaten des Lockdowns hat sie mit dem Fotografen Mark Daniel Prohaska im Projekt „Homeage“ literarische Straßennamen in Salzburg mit Texten zeitgenössischer Autorinnen und Autoren bespielt. Auf der Plattform „meinplan.at“ schreibt die Autorin Blogbeiträge, die von Literatur- und Kulturtipps bis zum Kuchenbacken reichen. „Das ist für mich ein zusätzlicher Kanal. Man erreicht ein anderes Publikum. Es ist erstaunlich, wie viele Rückmeldungen ich bekomme.“

In der Salzburger Ausgabe der „Kronen Zeitung“ veröffentlicht sie unter der Rubrik „Ferner dichtet“ seit Jahresbeginn jeden Samstag Poesie. Daneben engagiert sie sich für die Förderung von Lese- und Sprachkompetenz in der Volksschule oder bei der Lungauer Kulturvereinigung. „Es hat alles mit dem Schreiben zu tun“, verweist sie auf den roten Faden in ihrem Leben.

Über ihren Text für den Bachmann-Wettbewerb, der mittlerweile schon für die Online-Zuspielung aufgezeichnet worden ist, will sie noch nichts verraten. „Wenn man mein Schreiben kennt, wird man sprachliche Elemente, derer ich mich sonst auch bediene, wiederfinden.“


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