MAK zeigt Alfredo Jaars Foto-Würdigung des „Roten Wien“

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Sie sind sozialer Mikrokosmos, politisch umkämpft und fixer Bestandteil des Stadtbilds: Die Wiener Gemeindebauten und das dahinterstehende Wohnprogramm sind international bekannt. Fasziniert davon ist seit den 1980er-Jahren auch der chilenische Künstler Alfredo Jaar, der sich der qualitativ hochwertigen Pionierbauten der Zwischenkriegszeit fotografisch genähert hat. Das MAK zeigt in der Ausstellung „Das Rote Wien“ ab Mittwoch seine 35-teilige Bilderserie.

In den farbgesättigten Aufnahmen, die das Museum für angewandte Kunst 2019 - als das Rote Wien sein 100-jähriges Jubiläum feierte - erworben hat, sind weniger Totalablichtungen der Gebäude als vielmehr einzelne architektonische Details zu sehen. Kein Wunder, waren doch bei den Entwürfen für die „Arbeiterpaläste“ namhafte Architekten beteiligt bzw. federführend.

Jaar, selbst Architekt und seit Jahren in New York zu Hause, rückt folglich in mehreren Fotos zwei ikonische Gemeindebauten ins Zentrum: den Karl-Marx-Hof (1927-1930) von Karl Ehn und die Anlage am Friedrich-Engels-Platz (1930-1933) von Rudolf Perco. Der Winarsky-Hof (1924/25) sowie der Otto-Haas-Hof (1924-1926), an denen mit Peter Behrens, Josef Frank, Josef Hoffmann, Adolf Loos, Margarete Schütte-Lihotzky und Oskar Strnad einige der wichtigsten Architektinnen und Architekten der Zwischenkriegszeit beteiligt waren, sind ebenfalls in der in dem - dafür in rotes Licht getauchten - MAK-Schauraum für Gegenwartskunst angesiedelten Ausstellung zu sehen.

Die kleine Schau läuft bis 5. September. Am Donnerstag, 10. Juni, ist um 18.30 Uhr ein Onlinetalk mit Jaar und der Mitkuratorin Bärbel Vischer angesetzt.

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