EM startet mit neuen Rahmenbedingungen und alten Favoriten

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Die Fußball-EM betritt mit der Eröffnung am Freitag in Rom in mehrfacher Hinsicht Neuland, die Favoriten sind aber altbekannt. Als erster Titelanwärter gilt Weltmeister Frankreich, sehr gute Chancen werden auch dem Weltranglisten-Ersten Belgien und England eingeräumt. Dazu kommen Titelverteidiger Portugal, Spanien, Deutschland oder Italien. Teams wie Österreichs Gruppengegner Niederlande, Dänemark oder Vize-Weltmeister Kroatien werden zumindest Außenseiterchancen beigemessen.

Das Endspiel steigt am 11. Juli im Wembley-Stadion in London. Dort gehen auch die beiden Halbfinali sowie fünf weitere Partien über die Bühne. Ausgetragen wird die 16. EM-Endrunde aber in elf verschiedenen Ländern - ein Novum in der mehr als 60-jährigen EURO-Geschichte.

Ebenfalls neu sind Zuschauerbeschränkungen. Corona-bedingt ist nur in Budapest ein volles Stadion geplant. Die Auslastung der anderen Arenen variiert je nach lokalen Vorgaben, wird mit Ausnahme von St. Petersburg und Baku vorerst aber deutlich unter 50 Prozent liegen. Dennoch ist das Turnier ein Schritt zurück Richtung Normalität - auch das Reisen ist den Fans aus den 24 Teilnehmerländern erlaubt.

Die Pandemie hatte im vergangenen Frühjahr die Verschiebung der EM um ein Jahr nötig gemacht. An der Chancenverteilung hat sich seither nichts Wesentliches geändert. Weltmeister Frankreich gilt ob seiner Star-Stürmer Kylian Mbappe, Antoine Griezmann und Rückkehrer Karim Benzema, aber auch ob seiner Defensivstärke als heißer Anwärter auf Europas Thron. Schon 2000 hatten die Franzosen auf die WM-Krone auch den EM-Titel folgen lassen.

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Als einer der großen Herausforderer wird der WM-Dritte Belgien gesehen. Auch England zählt zu den Top-Teams. Der Weltmeister von 1966 verfügt über eine hochtalentierte, junge, aber auch etwas wankelmütige Mannschaft. Portugal hingegen kann auf ein gestandenes Team zurückgreifen. Die Offensivabteilung, der neben Cristiano Ronaldo auch Joao Felix, Bernardo Silva, Diogo Jota oder Andre Silva angehören, ist möglicherweise neben jener Frankreichs sogar die beste aller EM-Teilnehmer.

Frankreich und Portugal treffen bereits in der Gruppenphase aufeinander. Komplettiert wird Pool F, die hochkarätigste aller sechs Gruppen, von Deutschland und Ungarn. Weil die vier besten Gruppendritten ebenfalls ins Achtelfinale kommen, könnten alle drei Mitfavoriten aufsteigen. Der erste große Schlager des Turniers zwischen Deutschland und Frankreich steigt nächsten Dienstag (15. Juni) in München. Bereits davor duellieren einander am Sonntag in London England und Kroatien.

Neben den Engländern und Deutschen mit den Spielorten London und München genießen auch Italien (mit Rom), Dänemark (Kopenhagen), Russland (St. Petersburg), Schottland (Glasgow), Spanien (Sevilla), Ungarn (Budapest) und die Niederlande (Amsterdam) in der Gruppenphase so etwas wie einen Heimvorteil. Das Eröffnungsspiel bestreiten am Freitag (21.00 Uhr/live ORF 1) Italien und die Türkei.

Österreich steigt am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF 1) in Bukarest ins Turnier ein. Der Auftakt gegen Nordmazedonien ist bereits ein Schlüsselspiel im Kampf um den Achtelfinal-Einzug. Bei der dritten EM-Teilnahme erstmals die K.o.-Phase zu erreichen, ist das erklärte ÖFB-Ziel. Die Auslosung meinte es gut mit der Mannschaft von Franco Foda. Nach den Nordmazedoniern geht es in Gruppe C in Amsterdam gegen die Niederlande (17. Juni) und erneut in Bukarest gegen die Ukraine (21. Juni).

Das ÖFB-Team hat sich nach 2016 erst zum zweiten Mal auf sportlichem Weg für die kontinentale Endrunde qualifiziert. 2008 war man als Co-Gastgeber fix dabei. Die bisherige EM-Bilanz ist ausbaufähig: In sechs Spielen gab es vier Niederlagen und zwei Unentschieden. Nur zwei erzielte Tore stehen zu Buche. Sieg hat die rot-weiß-rote Equipe bei ihren beiden EM-Outs in der Gruppenphase noch keinen eingefahren. Das soll sich 2021 ändern - wie so vieles.


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