Oper Graz-Intendantin Schmid wechselt zur Semperoper Dresden

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Die Intendantin der Oper Graz, Nora Schmid, kehrt mit der Spielsaison 2024/25 an die Semperoper Dresden zurück und übernimmt deren künstlerische Leitung. Das sächsische Staatsministerium für Kultur gab in einer Aussendung Dienstagnachmittag die Entscheidung der Staatsregierung bekannt. Schmid wird Peter Theiler nachfolgen. Die Eigentümervertreter von Stadt Graz und Land Steiermark sowie die Geschäftsführung der Bühnen Graz sprachen Schmid ihre „herzlichste Gratulation“ aus.

Der Vertrag mit Schmid (42) soll bis 2030 laufen. Theilers Vertrag endet mit der Spielzeit 2023/24. Wolfgang Rothe bleibt Kaufmännischer Geschäftsführer der Sächsischen Staatstheater, wie es hieß. Die gebürtige Schweizerin hatte ab der Saison 2010/11 an der Sächsischen Staatsoper als Chefdramaturgin gewirkt, ab 2012 zusätzlich als Persönliche Referentin der Intendantin Ulrike Hessler. Nach deren Tod gehörte sie ab Juli 2012 zur geschäftsführenden Interims-Intendanz.

Die Initiative sei vom sächsischen Kulturministerium ausgegangen, hieß es. Schmid habe sich einer Findungskommission gestellt, die der Verwaltungsrat eingesetzt hatte. Findungskommission und Verwaltungsrat sprachen sich einstimmig für sie aus. Der Vertrag des kaufmännischen Geschäftsführers Rothe läuft bis 2028.

Die Schweizerin hatte in ihrer Heimatstadt Bern und in Rom Musikwissenschaft und Betriebswirtschaft studiert. Sie widmete sich zusätzlich dem klassischen Gesang und sammelte Bühnenerfahrung am Stadttheater Bern. Nach Stationen im Bereich Orchestermanagement bei der basel sinfonietta und im Marketing an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, ging sie 2005 als Musiktheaterdramaturgin an das Theater Biel Solothurn, das älteste Barocktheater der Schweiz. 2007 wechselte sie als Dramaturgin für Oper und Konzert ans Theater an der Wien. Mit der Spielzeit 2015/16 trat Schmid die Nachfolge von Elisabeth Sobotka als Intendantin der Oper Graz an. Sobotka wechselte damals an die Spitze der Bregenzer Festspiele.

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Die Kulturministerin von Sachsen, Barbara Klepsch (CDU), sagte u.a., sie freue sich sehr, dass Schmid nach Dresden zurückkomme „und wir sie für unsere Staatsoper als Intendantin einer neuen Generation gewinnen konnten. Sie überzeugte uns mit ihrem inneren Bezug und Bekenntnis zur Semperoper, deren herausgehobene Stellung und Tradition sie in eine vielversprechende Zukunft führen wird.“

Schmid selbst sagte, an die Semperoper zurückzukehren sei für sie „eine große Freude. Musik und Theater sind dialogische Kunstformen und ich wünsche mir, dass das in der Semperoper Erlebte zum Thema wird zwischen den Menschen. Und so möchte ich für die kommenden Jahre eine Programmatik entwickeln, die zum einen die so spannende und wechselhafte Geschichte Dresdens und des hiesigen Opernhauses reflektiert und fortführt und zum anderen das Publikum mit Neuem, Vergessenem, selten Gespieltem konfrontiert, sich aber auch nicht vor Bekanntem und Populärem scheut.“

Seitens der Bühnen Graz sprach man von einem „besonderen Führungswechsel“. Man betrachte diesen Schritt nicht nur mit einem weinenden, sondern durchaus auch mit einem lachenden Auge, denn Graz habe sich damit wieder einmal als hervorragendes Pflaster für den Weg in Richtung international berühmter Spielstätten erwiesen.

Die künftige Intendanz der Oper Graz solle bald entschieden sein. Eine Ausschreibung werde noch über den Sommer 2021 erfolgen, womit Anfang des Jahres 2022 bereits die Entscheidung über die Neubesetzung ab der Saison 2023/24 fallen könnte.


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