Dritter Kandidat vor Wahl in Nicaragua festgenommen

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In Nicaragua ist innerhalb einer Woche bereits der dritte Oppositionskandidat vor der anstehenden Präsidentenwahl festgenommen worden. Das Büro des Politikers Félix Maradiaga teilte mit, dieser sei am Dienstag in der Hauptstadt Managua schwer geschlagen worden und sei nun verschwunden. Maradiaga hatte vor drei Jahren nach der brutalen Unterdrückung von Protesten in Nicaragua mit mehr als 300 Toten vor dem UN-Sicherheitsrat von Repression durch die Regierung berichtet.

Nach einer Mitteilung der Polizei, aus der Medien am Dienstag zitierten, wurde Maradiaga wegen Ermittlungen - unter vielen anderen Anschuldigungen - zur Planung terroristischer Aktionen mit Finanzierung durch ausländische Mächte festgenommen.

Am Samstag war der frühere Botschafter des mittelamerikanischen Landes in den USA, Arturo Cruz, festgenommen worden. Am Montag wurden gegen ihn 90 Tage Untersuchungshaft verordnet. Die Staatsanwaltschaft warf ihm unter anderem vor, „die nicaraguanische Gesellschaft und die Rechte des Volkes angegriffen“ zu haben.

Vergangenen Mittwoch war die Tochter der Ex-Präsidentin Violeta Barrios de Chamorro, Cristiana Chamorro, unter Hausarrest gestellt worden. Gegen sie war wegen des Vorwurfs der Geldwäsche und „ideologischer Falschheit“ Haftbefehl erlassen worden. Ihr wurde auch das passive Wahlrecht entzogen.

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Alle drei Festgenommenen bewarben sich um die Kandidatur von Oppositionsbündnissen bei der Präsidentenwahl im November. Sie weisen die Vorwürfe gegen sich zurück und werfen der christlich- sozialistischen Regierung des autoritären Staatspräsidenten Daniel Ortega vor, eine freie und faire Wahl verhindern zu wollen.


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