Castillo bei Präsidentenwahl in Peru weiter knapp in Führung

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Zwei Tage nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru liefern sich beide Kandidaten weiterhin ein Kopf-an-Kopf Rennen. Der linksgerichtete Bewerber Pedro Castillo lag am Dienstagnachmittag (Ortszeit) nach Auszählung von gut 96 Prozent der Stimmen mit 50,24 Prozent weiterhin knapp in Führung, wie die Wahlkommission mitteilte.

Seine rechtspopulistische Rivalin Keiko Fujimori konnte ihren Rückstand auf Castillo aber leicht verkürzen. Der Gewerkschafter hat den jüngsten Angaben zufolge einen Vorsprung von 84.000 Stimmen. 15 Stunden zuvor waren es noch fast 98.000 Stimmen gewesen.

Fujimori, die bei Bekanntgabe der ersten Teilergebnisse noch vor Castillo gelegen hatte, hatte am Montagabend von angeblichen „Indizien für Wahlbetrug“ gesprochen. Rund 200 ihrer Anhänger protestierten am Dienstag vor der Zentrale der Wahlkommission in Lima. Die Wahlbehörde bestritt Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung und auch die Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) stellten einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl fest.

Bis zur Verkündung des amtlichen Endergebnisses könnten noch mehrere Tage vergehen. Als Zünglein an der Waage könnten sich dabei die mehr als eine Million Stimmen von Peruanern erweisen, die im Ausland abgestimmt haben.

Beide Bewerber hatten bei ihrer Stimmabgabe am Sonntag versprochen, das Wahlergebnis auch im Falle einer Niederlage zu akzeptieren. Fujimori erklärte, sie werde den Willen der Wähler respektieren, „egal wie das Ergebnis lautet“. Nach der Wahl 2016 hatte sie sich zunächst geweigert, den Sieg ihres damaligen Rivalen Pedro Pablo Kuczynski anzuerkennen. Später bezeichnete sie ihr Verhalten als „Fehler“.

Fujimori bewirbt sich bereits zum dritten Mal um das höchste Staatsamt. 2011 und 2016 landete die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori in der Stichwahl jeweils knapp hinter ihren Konkurrenten. Keiko Fujimori steht in der weitverzweigten Affäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht unter Korruptionsverdacht und verbrachte insgesamt 16 Monate in Untersuchungshaft.


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