Neuer „Lohengrin“ bei Osterfestspielen Salzburg 2022

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Die Osterfestspiele Salzburg werden im Jahr 2022 nach dem Coronapandemie-bedingten Ausfall im Jahr 2020 und einem reduzierten Programm im Herbst 2021 wieder regulär über die Bühne gehen - von 9. bis 18. April. Christian Thielemann dirigiert zu Ostern 2022 in seinem Abschiedsjahr als künstlerischer Leiter des Festivals die Neuinszenierung von Richard Wagners Oper „Lohengrin“. Die Sächsische Staatskapelle Dresden wird dann zum letzten Mal Orchester in Residence sein.

Mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Nikolaus Bachler, der im kommenden Jahr die künstlerische Gesamtverantwortung für die Osterfestspiele Salzburg übernehmen wird, besteht nach - vor allem im Jahr 2019 - aufkeimenden Konflikten offenbar ein gutes Einvernehmen. „Wir haben uns über die Arbeit schnell gefunden“, sagte Bachler bei der Präsentation des Programms der Osterfestspiele 2022 am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz. Das Positive am Älterwerden sei die „Gelassenheit“.

Thielemann lobte auch in Hinblick auf die coronabedingte Verschiebung des diesjährigen Festivals auf den Herbst (29. Oktober bis 1. November, Anm.) die „wunderbare, professionelle und äußerst zufriedenstellende Arbeit“. Nach der langen Zeit, in der man nicht spielen habe dürfen, sei der Zusammenhalt fester geworden. Offenbar um zu zeigen, dass das Kriegsbeil begraben ist, verwies Thielemann auf ein Zitat von Konrad Adenauer und meinte: „Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern.“ Es gebe einen wunderbaren Gedankenaustausch, „bei Bachler und mir fließt es“.

Die Frage, ob sie nach 2022 weiterhin bei den Osterfestspielen zusammenarbeiten wollen, ließen die beiden offen. Kunst basiere auf Tradition und Veränderung, „es ist immer alles möglich“, gab Bachler zu bedenken. Man könne über den Sommer und Herbst darüber nachdenken, auch was das Orchester betrifft, „es ist alles im Fluss“. Mit dem Jahr 2023 hatte Bachler schon vor einiger Zeit eine Neuausrichtung und Erweiterung angekündigt, zu der auch das Auslaufen des Vertrages mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann gehört. Zuletzt war zudem bekannt geworden, dass Thielemann als Chefdirigent des Klangkörpers nach der Spielzeit 2023/24 nicht verlängert wird.

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Nach der heuer geplanten Sonderausgabe zu Allerheiligen schaut Bachler mit „großer Hoffnung und Zuversicht“ auf die Osterfestspiele 2022. „Lohengrin“ wurde bei den Osterfestspielen zuletzt 1976 neu inszeniert. Am Regiepult sitzen diesmal Jossi Wieler, Sergio Morabito und Anna Viebrock. Die Titelpartie singt der US-amerikanische Tenor Eric Cutler, in die Rolle der Elsa schlüpft die Sopranistin Jacquelyn Wagner. Wieler sagte heute, er sehe es als große Herausforderung, dieses intime Kammerspiel mit den Anforderungen eines Werkes zu verbinden, das große Chorauftritte hat.

Die Sächsische Staatskapelle Dresden gibt auch die Orchesterkonzerte zum Besten. Gastdirigent ist Tugan Sokhiev. Er leitet Dmitri Schostakowitschs Siebente Symphonie. Bratschist Antoine Tamestit spielt den Solopart in Béla Bartóks Konzert für Viola und Orchester, anschließend folgt Richard Strauss‘ Alpensinfonie. Am Pult steht Chefdirigent Thielemann, der auch das Chorkonzert dirigieren wird. Es steht 2022 im Zeichen des Werks Anton Bruckners und stellt der unvollendeten Neunten Symphonie zwei geistliche Werke gegenüber: den Hymnus Vexilla regis und das Te Deum. Es singt der Chor des Bayerischen Rundfunks.

Das „Konzert für Salzburg“ leitet der erste Gastdirigent der Staatskapelle, der Südkoreaner Myung-Whun Chung. Auf dem Programm steht die Vierte Symphonie von Johannes Brahms, sowie Beethovens Tripelkonzert C-Dur mit dem Dirigenten am Klavier. Der Jubilar Johannes Brahms steht auch im Mittelpunkt der beiden Kammerkonzerte.

Die derzeitige finanzielle Situation der Osterfestspiele Salzburg beschrieb Bachler als „ausgeglichen“ bedingt durch den Ausfall des Festivals im Vorjahr. Es gebe keine „Minus-Situation“.

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