Debatte nach Ohrfeige für Macron

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Frankreich rätselt nach dem körperlichen Angriff auf Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einer Reise im Land über das Motiv des Täters. Der Präsident habe betont, dass es sich um „eine isolierte Tat eines gewalttätigen Individuums“ handle, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz Macrons. Andere Beobachter sehen in der Tat den Ausdruck einer größeren Wut im Land.

Aufnahmen zeigen, wie Macron am Dienstag bei einem Besuch in Tain-l‘Hermitage von einem Mann geohrfeigt wurde. Zwei Männer wurden daraufhin festgenommen - darunter der mutmaßliche Angreifer. Dieser soll „Montjoie Saint Denis“ und „Nieder mit der Macronie“ gerufen haben. Montjoie Saint Denis ist ein Schlachtruf des früheren Königreichs Frankreich, der heute etwa von Royalisten benutzt wird.

Französische Medien berichteten, dass die Männer nicht vorbestraft und Ende 20 Jahre alt seien. Demnach folgt der mutmaßliche Angreifer im Netz auf verschiedenen Kanälen auch rechten Persönlichkeiten. Den Männern drohen bis zu drei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe. Bei einer Ohrfeige gehe es darum, zu demütigen, sagte der Historiker Nicolas Lebourg dem Sender Franceinfo. Macron habe sich von den Menschen im Land besonders in der „Gelbwesten“-Krise immer wieder anhören müssen, dass er nicht ihr Präsident sei.

Rund ein Jahr vor den Wahlen ist die politische Stimmung im Land aufgeheizt. Ende Juni finden außerdem die Regionalwahlen statt. Mit einer Art „Tour de France“ will der 43-jährige Präsident diesen Sommer durchs Land reisen, um Kontakt zu den Menschen zu knüpfen. Dazu zählte auch der Besuch in Tain-l‘Hermitage. Fast schon demonstrativ suchte Macron nach dem Vorfall das Bad in der Menge. Zwar sind seine Beliebtheitswerte in der Corona-Krise wieder gestiegen - Macron steht dennoch unter Druck. Beobachter sagen bei den Präsidentschaftswahlen 2022 ein Duell zwischen ihm und der Rechtspopulistin Marine Le Pen voraus.

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