steirischer herbst wählt den radikalen „Way out“

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Der steirische herbst steht heuer unter dem Motto „The Way Out“ und wird sich „radikal nach draußen wagen“, einerseits heraus aus dem Lockdown, andererseits heraus aus der „institutionellen Blase“. „In diesem Jahr wird der öffentliche Raum sehr präsent sein“, kündigte Intendantin Ekaterina Degot am Montag bei der Programmpräsentation an. Der herbst beginnt heuer bereits am 9. September, einen Vorgeschmack gibt es schon Ende Juni mit den Rabtaldirndln.

Eröffnet wird das Festival mit einer Installation von Marinella Senatore und einem ihrer ganz speziellen Licht-Werke. Die ersten beiden Wochen sind geprägt von großangelegten Straßeninterventionen von Sophia Brous und Flo Kasearu sowie Tino Seghal, wobei die Bewegungen der Performer und der Stadtbewohner und -bewohnerinnen ineinanderfließen und die Grenzen von Kunst und Leben verschwinden lassen sollen.

„Das Festival taucht tief in die Popkultur ein“, verhieß Degot unter Verweis auf Projekte wie die Soundinstallationen von Phil Collins - nur namensgleich mit dem Schmusesänger - und den Arbeiten von Komponist und Choreograf Uriel Barthelemi. Collins beschallt verschiedene Teile der Stadt mit Reggae und dessen verborgenem politischen Vermächtnis.

Hiwa K wird mit seinem „Cooking with Mama“ dabei sein. Er fährt dabei mit einer Küche auf Rädern durch Graz und führt Kochperformances mit entfernten Verwandten auf. In einer zentralen Einkaufsstraße wird Reverend Billy & The Church of Stop Shopping einige Songs und Predigten gegen den Konsumwahn und die Zerstörung des Planeten zum Besten geben.

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Mehrere Projekte basieren auf Zusammenarbeit mit sozialen Organisationen, so auch Thomas Hirschhorns Hommage an die Philosophin Simone Weil. Komponist Dejan Kaludjerovic hat mit Kindern Interviews über Themen wie Krieg, Rassismus oder Pandemie geführt und daraus eine Oper entwickelt. Die Antworten der Kinder wurden dabei zu Songtexten verarbeitet. Ein weiteres Theaterprojekt gestaltet Regisseur Felix Hafner, der Workshops in verschiedenen steirischen Orten abhalten und dort mit Einheimischen anstelle von Profis arbeiten wird.

Im Orpheum werden drei Bühnenstücke von Hito Steyerl, Mark Waschke und Ziga Divjak sowie Yael Bartana uraufgeführt. Sie werden auch gestreamt, um die Aufführungen auch allen, „die nicht dabei sein können oder wollen“ zugänglich zu machen, betonte Degot.

Als Finissage wird das Theater im Bahnhof einen zweitägigen Fetzenmarkt in Form einer parodistischen Fernsehgala unter dem Titel „Bares für Wahres“ gestalten.

Bereits am 26. Juni gibt es mit den Rabtaldirndln einen Prolog zum Festival. „Betonfieber. Ein ländlicher Schwank“ nennt sich das Stück, das in Hainersdorf zu sehen sein wird und sich mit Korruption und Immobilienspekulationen auseinandersetzt.

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