Kultur-Neustart in Neapel mit multimedialer Klimt-Schau

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Nach den schwierigen Monaten des Teil-Lockdowns kommt das Kulturleben in Neapel wieder in Schwung und zwar im Zeichen Gustav Klimts. In der Villa Comunale der Vesuvstadt winkt bis zum 1. August eine virtuelle Ausstellung zu Ehren des österreichischen Künstlers (1862-1918). Mit multimedialen Technologien können Besucher in die Welt Gustav Klimts und in das Wien am Ende des 19. Jahrhunderts eintauchen.

„Klimt, virtuelle Kunst und Bilder“ lautet der Titel der Ausstellung, die unter dem Schutzschirm der Gemeinde Neapel organisiert wurde. Dank hochauflösender Projektionen wird Besuchern Klimt, sein Werk und der österreichische Secessionsstil nähergebracht. Zu sehen sind auch Reproduktionen der bekanntesten Werke des Künstlers und die Gewänder, die Adele Bloch-Bauer trug.

Österreich spielt auch im Programm der nächsten Saison des neapolitanischen Opernhauses San Carlo unter der Leitung des französischen Intendanten Stephane Lissner eine Rolle. So ist vom 23. März bis zum 2. April 2022 Mozarts „Così fan tutte“ in der Regie von Chiara Muti geplant. Auf dem Pult steht der israelische Dirigent Dan Ettinger.

Die Saison im Teatro San Carlo beginnt am 21. November mit Verdis „Otello“. Die Hauptrolle übernimmt Jonas Kaufmann, am Pult steht Michele Mariotti, Regisseur ist der Neapolitaner Mario Martone. Vor der „Otello“-Premiere ist im Oktober Puccinis „La Boheme“ in einer Inszenierung der Sizilianerin Emma Dante geplant. Die Aufführung mit dem Dirigenten Juraj Valčuha war wegen der Pandemie verschoben worden.

Zu den Highlights der Saison im Teatro San Carlo, dem ältesten Opernhaus der Welt, zählt am 15. Februar 2022 „Aida“ mit Anna Netrebko und ihrem Gatten Yusif Eyvazov. Regisseur ist Franco Dragone, am Pult steht Michelangelo Mazza. Vom 13. bis zum 15. Mai 2022 wird „7 Deaths of Maria Callas“ der Performanceikone Marina Abramovic aufgeführt. Die Künstlerin hat für ihr Projekt mit dem US-Schauspieler Willem Dafoe („Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit“) sieben Filme gedreht, in denen sie Bühnentode aus Opern wie „Carmen“ oder „La traviata“ zeigt. Die musikalische Leitung hat Yoel Gamzou inne.

Im 18. Jahrhundert war Neapel eine Hauptstadt der Musik- und Theaterkultur, Ausbildungsort für viele Künstler, die ganz Europa bereisten und ihre Meisterschaft nicht nur an den zahlreichen lokalen Theatern, in Kirchen und Privateinrichtungen zeigten, sondern auch an den unterschiedlichsten Höfen des Kontinents. Die Tradition des Theaters ist in der größten Stadt Süditaliens immer noch sehr vital, wie auch das „Campania Teatro Festival“ bezeugt. Im Rahmen des Sommerfestivals sind 150 Aufführungen an den schönsten Orten Neapels und seiner Region Kampanien, darunter Pompeji, vorgesehen. Im Museum und im Park des Schlosses Capodimonte sind acht Bühnen aufgebaut, auf denen Freilicht-Theateraufführungen geplant sind. Eröffnet wurde die Saison am Samstag mit Ariel Dorfmans Politthriller „Der Tod und das Mädchen“, einem 1983 entstandenen und 1994 von Roman Polanski verfilmten Stück.

Vom 24. Juni bis zum 25. Juli 2021 findet im Teatro Grande des Archäologischen Parks in Pompeji die Veranstaltung „Pompeii Theatrum Mundi“ statt. Auf dem Kalender stehen fünf Theateraufführungen in Pompeji, darunter „Resurrexit Cassandra“ in der Regie von Jan Fabre in einer neuen Version in italienischer Sprache mit Text von Ruggero Cappuccio, künstlerischem Leiter des „Campania Teatro Festivals“. Protagonistin ist die italienische Schauspielerin Sonia Bergamasco.


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