Akademie der bildenden Künste ist fertig renoviert

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Ende des Monats wird nach dreieinhalbjähriger Sanierung das Hauptgebäude der Akademie der bildenden Künste Wien am Schillerplatz wieder an seine Nutzer übergeben. „Meine Damen und Herren, es ist angerichtet“, meinte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz in den fast fertigen Räumen. Doch nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Die Akademie plant noch einen Neubau sowie die Beteiligung an einem gemeinsamen Uni-Bücherspeicher.

„Es wurde detailreich saniert, wohin man auch schauen mag“, ließ Faßmann in der prachtvollen Aula bewundernd seine Blicke über „wirkliche Highlights einer klassizistischen Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts“ schweifen. Die Sanierung habe rund 70 Mio. Euro gekostet, wovon das Ministerium 38 Mio. direkt und den Rest „indirekt über höhere Mieten an die BIG“ bezahle. „Das ist viel Geld, aber ich habe ein gutes Gefühl.“ Noch viel mehr Geld wurde und wird insgesamt in bauliche Maßnahmen für universitäre Einrichtungen investiert. In den vergangenen Jahren wurden dabei über die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) 1,5 Mrd. Euro verbaut, für die kommende Jahre sind weitere 1,6 Mrd. Euro bereits verplant.

Und auch die Akademie hat weitere Baupläne: Zwei Institute (das Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst und das Institut für Konservierung - Restaurierung) bleiben vorläufig im Ausweichquartier in der Augasse, dessen sonstige Auflösung im August beginnt, und sollen später ein neues Quartier erhalten, in dem es auch Werkstätten- und Ausstellungsflächen geben soll. „In Bezug auf unseren Neubau sind wir in sehr konstruktiver Zusammenarbeit mit der BIG“, sagte Vizerektorin Celestine Kubelka, wollte aber keine möglichen Standorte verraten. Auch der Bestand der Bibliothek wird nicht zur Gänze an den Schillerplatz verlagert. Für einen Großteil der Bücher setzt man auf einen mit anderen Universitäten gemeinsam geplanten Bücherspeicher, für den BIG-CEO Hans-Peter Weiss die Siemensstraße oder das Arsenal als wahrscheinlichste Standortvarianten nannte.

Die Sanierungsaufgabe am Schillerplatz nannte Weiss „in vielerlei Hinsicht eine besondere Herausforderung“. „Es ist gelungen, die über Jahrzehnte verloren gegangene Atmosphäre wieder erlebbar zu machen.“ Viele „kleine oder große Bausünden der vergangenen Jahrzehnte“ seien beseitigt worden, „im Laufe der Sanierungen sind aber auch Überraschungen aufgetaucht“. Nicht zuletzt deshalb habe die Arbeit um fast ein Jahr länger als ursprünglich geplant gedauert. „Die Fenster waren in einem besonders schlechten Zustand“, mit Sonnenschutz, Isolierungen und Erneuerung der Haustechnik wurde versucht, auch den klimatechnischen Herausforderungen gerecht zu werden.

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Rektor Johan F. Hartle betonte, es sei von „immenser strategischer Bedeutung, in das Herz einer der lebendigsten Kunstmeilen der Welt zurückzukehren“ und nannte die Auseinandersetzung mit den historischen Räumen eine der Hauptaufgaben der kommenden Jahre. Er freue sich sehr auf die Wiederaufnahme des Präsenzstudienbetriebs am Schillerplatz. Es sei auch wichtig, dass nach etlichen Jahren das Kupferstichkabinett und die Gemäldegalerie - für deren Leitung, die im Herbst präsentiert werden soll, die Ausschreibung in dieser Woche ausläuft - wieder an einem gemeinsamen Standort vertreten seien. Die derzeit im Theatermuseum untergebrachte Gemäldegalerie wird am 8. Oktober mit der vom Kurator_innentrio Raqs Media Collective gestalteten Ausstellung „Hungry for Time“ eröffnen.

Als Exhibit Eschenbachgasse, Exhibit Galerie und Exhibit Studio werden die zeitgenössischen Ausstellungsräume künftig geführt, schilderte Vizerektorin Ingeborg Erhart. Hier ist u.a. die Gruppenausstellung „Thicket of Ideas - Thicket of Times“ geplant. Am Getreidemarkt soll das Exhibit Forum als Plattform für den Austausch der Akademie mit externen Partnern genutzt werden.

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