Berichte zu Organentnahmen bei Minderheiten in China

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Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben schwere Vorwürfe gegen China erhoben. Es gebe glaubhafte Berichte, dass Gefängnis-Insassen, die Minderheiten angehören, gezielt untersucht werden, ob ihnen Organe entnommen werden könnten, berichteten sie in Genf. China sei bereits 2006 und 2007 auf solche Praktiken angesprochen worden. Es habe keine zufriedenstellenden Antworten gegeben, etwa auf die Frage, wo transplantierte Organe herkommen.

Die UNO-Experten befassen sich als unabhängige Sonderberichterstatter mit Themen wie Menschenhandel, Folter und Minderheitenrechten. Es handelt sich in der Regel um Professoren renommierter Universitäten. Sie verwiesen auf Berichte, wonach in China etwa Uiguren, Tibeter, Muslime, Christen und Anhänger der verbotenen Kultbewegung Falun Gong zu Bluttests sowie Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen gezwungen werden. Die Ergebnisse würden in Datenbanken für Organentnahmen gespeichert. Gefangenen würden dann - teils nach ihrem Tod - Herzen, Nieren, Lebern und Hornhäute entnommen. Die Experten riefen China auf, unabhängige Untersuchungen zuzulassen.

Die chinesische Botschaft in Genf wies dies als „Verleumdungen“ ohne jede Grundlage zurück. In der Volksrepublik müssten Organspender vor einem Eingriff eine schriftliche Einwilligung geben. Seit 2015 würden auch Hingerichteten keine Organe mehr für Transplantationen entnommen. „Wir sind sehr besorgt, dass die betreffenden Mandatsträger, denen elementare Denkkapazität und Urteilsfähigkeit abgehen, auf solche plumpen Lügen hereingefallen sind.“ Alle ethnischen Gruppen seien gleichgestellt.


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