Schuldbekenntnis bei Mordprozess nach Bluttat an Studentin

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Ein 29-Jähriger, der Ende Dezember in Leonding (Bezirk Linz-Land) eine 25-jährige Studentin getötet haben soll, hat sich am Freitag wegen Mordes, Vergewaltigung und zweifachen Mordversuchs - er soll auch versucht haben die Halbschwester des Opfers und deren Mann zu töten - vor Gericht verantworten müssen. Er bekannte sich schuldig. Die Staatsanwaltschaft hat auch eine Einweisung in eine Anstalt beantragt. Motiv der Tat dürfte unerwiderte Liebe gewesen sein.

Der Angeklagte wurde in Honduras geboren, wuchs in behüteten Verhältnissen auf und ging später nach Spanien - er hat die Staatsbürgerschaft beider Länder. Dort habe er sehr zurückgezogen gelebt und seine Zeit hauptsächlich „vor dem Computer“ verbracht, schilderte der Staatsanwalt. Er hatte nur wenige und kurze Beziehungen.

Das spätere Opfer, seine ebenfalls aus Honduras stammende Cousine, studierte in Österreich und lebte bei ihrer Halbschwester und deren Familie in Leonding. Der Angeklagte und die 25-Jährige lernten einander erst 2019 kennen und verstanden sich gut. „Es hat sich eine Freundschaft entwickelt“, sagte der Staatsanwalt, der Angeklagte dürfte aber manche Gesten seiner Cousine falsch interpretiert und sich mehr erwartet haben. Am 18. Dezember des Vorjahres reiste er trotz Corona-Situation nach Österreich, um seine Angebetete zu besuchen. Allerdings kam es nicht zu der erhofften Vertiefung der Beziehung. Dass seine Cousine mittlerweile einen Freund hatte, sei für ihn „ein schwerer Schock“ gewesen, so der Staatsanwalt.

In der Nacht auf den 27. Dezember dürfte der Angeklagte einmal mehr zurückgewiesen worden sein. Daraufhin habe er die Studentin gewürgt und mit einem Steakmesser gezwungen, mit ihm in den Keller zu gehen, so der Staatsanwalt. Dort soll er sie vergewaltigt haben. Danach saßen die beiden einander drei Stunden lang im Keller gegenüber - er mit dem Messer in der Hand. „Das muss für das Opfer die Hölle auf Erden gewesen sein.“ Dann habe der Angeklagte mit Suizid gedroht. Die 25-Jährige soll geantwortet haben: „Wenn du dich umbringen willst, dann bitte nicht hier im Haus“, schilderte der Anklagevertreter weiter. „Das war ihr Todesurteil.“ Der Angeklagte habe die Frau gewürgt und ihr sechs Stiche in den Brustbereich versetzt.

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Als die Verwandten des Opfers in der Früh munter wurden - der Angeklagte hatte sich mittlerweile umgezogen -, soll er zuerst die Halbschwester unter einem Vorwand in den Keller gelockt und dort gewürgt haben. Als ihr Ehemann eingriff, habe er diesen mit einem Fleischerbeil attackiert. Letztlich gelang es dem Mann aber, den Angreifer in Schach zu halten und - gemeinsam mit einem Nachbarn - bis zum Eintreffen der Polizei zu fixieren.

Laut dem psychiatrischen Gutachten von Adelheid Kastner war der 29-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig, aufgrund einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung bestehe aber hohe Gefahr, dass er wieder derartige Taten begehen könnte. Die Staatsanwaltschaft beantragte daher zusätzlich zu einer Strafe auch die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der Verteidiger fand allerdings, dass angesichts der Unbescholtenheit seines Mandanten die Einschätzung Kastners „zu hinterfragen sein“ werde. Dem Angeklagten tue es „unheimlich leid, dass das passiert ist“. Dieser ist weitgehend geständig und bekannte sich schuldig.

Der Prozess ist für zwei Tage - 18. und 22. Juni - anberaumt. Dem Mann drohen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.


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