Armenien wählt neues Parlament

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Im krisengeschüttelten Armenien sind die Menschen sieben Monate nach dem Krieg mit Aserbaidschan um die umstrittene Region Berg-Karabach zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Bei der vorgezogenen Abstimmung am Sonntag sind mehr als 20 Parteien und Blöcke zugelassen - so viele wie nie zuvor.

Es wird erwartet, dass die Partei Bürgervertrag von Regierungschef Nikol Paschinjan und der Block Armenien um den früheren Präsidenten und Regierungschef Robert Kotscharjan das Rennen um die stärkste Kraft unter sich ausmachen. 2,6 Millionen Menschen dürfen ihre Stimmen abgeben.

Die Wahl entscheidet indirekt auch über die Zukunft eines Anfang November unter Vermittlung Russlands zustande gekommenen Waffenstillstandsabkommens mit Aserbaidschan. Der 46 Jahre alte Paschinjan gilt aus Moskauer Sicht als Garant dafür, dass die Vereinbarung bestehen bleibt. Paschinjans Hauptkonkurrent Kotscharjan hingegen stammt selbst aus Stepanakert, der Hauptstadt Berg-Karabachs. Der 66-Jährige will verhindern, dass Aserbaidschan seine Kontrolle dort ausweitet.

Aserbaidschan hatte in dem 44-tägigen Krieg im Herbst weite Teile der seit Jahrzehnten umkämpften Region Berg-Karabach zurückerobert. Mehr als 6500 Menschen waren in dem Krieg gestorben. Seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom 9. November kommt es dort immer wieder zu Zwischenfällen. Die Waffenruhe gilt als brüchig.

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Paschinjan hatte unter dem Druck der Opposition eine Neuwahl angesetzt. Seine Gegner machen ihn persönlich verantwortlich für eine Niederlage im Krieg mit Aserbaidschan um Berg-Karabach.


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