Kärntner Zöllner legen Tierhändler-Ehepaar das Handwerk

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Von der tagelangen Reise mitgenommen, aber am Leben sind sechs Rassekatzen und -hunde, die Kärntner Zöllner kürzlich einem russischen Schmuggler abgenommen haben. Sie werden jetzt im Tierschutzkompetenzzentrum in Klagenfurt während ihrer mindestens dreiwöchigen Quarantäne aufgepäppelt. In dem Kleinbus, der über Rumänien und Ungarn via Österreich bis nach Frankreich fahren hätte sollten, fanden sich zudem rund 135 Packungen Veterinärmedikamente sowie 32 Tierpässe.

„Diese Funde an Dokumenten und Medikamenten sowie weiterer Utensilien legen nahe, dass es sich um organisierte Kriminalität zulasten der Tiere, aber auch der Abnehmer handelt“, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zum neuerlichen Aufgriff, der diesmal bei Krumpendorf erfolgte. Der Russe mit französischem Konventionspass gab an, die Tiere würden aus Russland stammen und seien zur Züchtung bestimmt gewesen. Seine Frau betreibe ein Online-Portal, über das sie Heimtiere aus eigener Zucht anbiete. Sie habe für die Tiere, die er nur abholen sollte, im Vorfeld rund 2.200 Euro bezahlt.

Es handelte sich um jeweils einen Hund der Rassen Mastiff und Akita Inu, zwei Britisch-Kurzhaar-Katzen sowie zwei haarlose Sphynx-Katzen. Bei seriösen Züchtern hätten sie zusammen rund 6.000 Euro gekostet, so das Finanzministerium.

Laut Einschätzung einer Amtstierärztin dürfte es sich bei den Heimtierpässen um Fälschungen handeln. Handy und den Laptop des Mannes wurden ebenfalls beschlagnahmt. Die Auswertung ziehe „womöglich noch weiter reichende Ermittlungen und Ergebnisse nach sich“, so das Ministerium.

Bei den Arzneiwaren im Wert von rund 500 Euro handelte es sich u.a. um Tollwutimpfung, Antibiotika, Hormonpräparate und Zeckenschutzmittel. Erlaubt wäre die Mitnahme von drei handelsüblichen Packungen. Der Lenker sei teilweise geständig und gab weitere Fahrten zu, berichtete der Zoll. Gegen ihn läuft jetzt ein Finanzstrafverfahren. Weil er die geforderte Sicherheitsleistung über 2.500 Euro nur teilweise hinterlegen konnte, reiste am Tag nach der Anhaltung seine Ehefrau aus Frankreich an und zahlte den Rest. „Das Ausmaß der anfallenden Abgaben und zu verhängenden Strafen beträgt über 4.000 Euro“, betonte das Ministerium.

Tierschmuggel habe nichts mit vermeintlicher Tierrettung zu tun, sagte Blümel. „Die Tiere dienen rein der Profitmaximierung der illegalen Züchter und Händler.“


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