Delta-Variante mehr als 360 Mal in Österreich nachgewiesen

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Die indische und nunmehr Delta genannte Coronavirus-Variante breitet sich auch in Österreich weiter aus. Diese ansteckendere und wohl gefährlichere Mutation wurde bereits mehr als 360 Mal festgestellt. Das geht aus dem aktuellen Varianten-Bericht der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hervor. Delta wurde mittlerweile in allen neun Bundesländern nachgewiesen - der AGES-Bericht wiederum wies für Kärnten und Vorarlberg null Fälle auf.

Allerdings hieß es aus den beiden Bundesländern, dass auch dort bereits Delta-Mutationen festgestellt wurden, zuletzt etwa drei in der Vorwoche in Kärnten, dazu kommen weitere Verdachtsfälle. In Vorarlberg gab es am Mittwoch 28 bestätigte Fälle von Infektionen mit der Delta-Variante. Das bestätigte die Landespressestelle auf APA-Anfrage.

Der AGES-Bericht hat die Nachweise bis Dienstag, 22. Juni, abgebildet. In Summe waren es bis zu diesem Zeitpunkt 361 Fälle. Diese Zahl ist bereits überholt, allein Niederösterreich meldete am Mittwoch 18 neue Fälle. Die meisten Fälle wurden laut AGES mit 256 in Wien festgestellt. Allerdings werden auch nur in der Bundeshauptstadt die verlässlichen PCR-Tests großflächig eingesetzt.

Dadurch sowie durch Sequenzierungen kann die Variante festgestellt werden. Laut AGES wurde bis Dienstag in allen Bundesländern außer Kärnten und Vorarlberg die Delta-Variante nachgewiesen. In Salzburg gab es 28 Fälle, in Tirol 24, in Niederösterreich 23, in der Steiermark acht, im Burgenland sieben und in Oberösterreich vier Fälle.

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Von der Ampel-Kommission hatte es zuletzt auch geheißen, dass die Ausbreitung der Delta-Variante nicht wirklich seriös eingeschätzt werden kann. Denn Basis für die Sequenzierungen sind PCR-Tests, die nur in Wien flächendeckend durchgeführt werden. Zuletzt waren es in der Bundeshauptstadt 20.000 PCR-Analysen je 100.000 Einwohner, während es im nächstfolgenden Bundesland Niederösterreich gerade einmal 1.559 waren.

Dass die Delta-Variante jedenfalls am Vormarsch ist, wird durch den Wochenvergleich deutlich. In der letzten Maiwoche wurden 18 Fälle festgestellt, die Woche darauf waren es bereits 42 und zwischen 7. und 13. Juni gab es bereits 153 Nachweise der Mutation. Für die Vorwoche listete die AGES 131 bestätigte Fälle auf. Die Delta-Variante B.1.617 (mit den Untervarianten B.1.617.1, B.1.617.2 und B.1.617.3) wurde zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra gefunden und verbreitet sich dort stark.

Die dominanteste Mutation in Österreich ist weiterhin B.1.1.7 (Alpha). Sie wurde bis zur Vorwoche bereits 131.457 Mal festgestellt. Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden erstmals von dieser SARS-CoV-2-Virusvariante (Linie B.1.1.7), die sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreitet. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist sie leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als die „Wildform“ von SARS-CoV-2.

Unter Beobachtung stehen auch die Variants of Concern (VOC) B.1.351 (Beta) - früher südafrikanische Mutation genannt - sowie P.1 (Gamma), die erstmals im brasilianischen Staat Amazonas zirkulierte und in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante ähnelt. Die Beta-Variante wurde in Österreich laut AGES bisher 1.343 Mal festgestellt, die Gamma-Variante bis Dienstag 137 Mal.


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