Wenig Neues in der Sonntagsfrage

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Die SPÖ geht mit stabilen, aber keinen überragenden Werten in ihren Bundesparteitag. In der Sonntagsfrage des Österreich-Trends für APA und ATV liegt man bei 23 Prozent und damit weit hinter der ÖVP zurück, für die 34 Prozent ausgewertet wurden. Pamela Rendi-Wagner, die sich am Samstag der Wiederwahl als Parteivorsitzende stellt, hat den stärksten Rückhalt in der eigenen Wählerschaft. Darüber hinaus wirkt sie kaum.

Befragt wurden 800 Personen über 16, die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 3,5 Prozent. Entgegen anderen zuletzt publizierten Umfragen erkennt Peter Hajek in seiner Untersuchung keine gröberen Verschiebungen zu Gunsten der SPÖ und zu Ungunsten der Volkspartei. Im Vergleich zu einer Erhebung im April verlieren die Sozialdemokraten sogar zwei Prozent, während die Volkspartei um einen zulegt. Die FPÖ bleibt auch nach dem Obmannwechsel zu Herbert Kickl bei 18 Prozent. NEOS und Grüne tauschen mit zwölf bzw. elf Prozent innerhalb der Schwankungsbreite die Plätze.

Bei der (hypothetischen) Kanzler-Direktwahl büßt Regierungs- und ÖVP-Chef Sebastian Kurz zwar leicht ein, ist mit 42 Prozent aber klar an der Spitze. Seine erste Verfolgerin Rendi-Wagner wünschen sich nur 20 Prozent als Regierungschefin. Kickl bevorzugen nur 14 Prozent und damit weniger als seinen Vorgänger Norbert Hofer im April (17 Prozent). Auffällig ist für Hajek der Aufwärtstrend von NEOS-Obfrau Beate Meinl-Reisinger mit 13 Prozent, womit sie sogar über dem Wert ihrer Partei liegt. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) stagniert bei elf Prozent.

Angesichts des bevorstehenden Parteitags richtet Hajek diesmal einen genaueren Blick auf die SPÖ und der zeigt, dass Parteichefin Rendi-Wagner aktuell wenig über die eigenen Parteigrenzen hinaus wirkt. Denn auf die Gesamtbevölkerung bezogen sehen mehr - konkret 26 Prozent - Doskozil als den besseren Spitzenkandidaten. Rendi-Wagner käme nur auf 20 Prozent.

Immerhin bei der Wählerschaft der eigenen Partei hat die SPÖ-Chefin mit 45 Prozent die Nase vorne. Hier kommt Doskozil mit seinem Rechtskurs denkbar schlecht an. Nur neun Prozent hätten ihn gerne als Spitzenkandidaten, womit er auch deutlich hinter Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (26 Prozent) und selbst hinter Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (10 Prozent) läge, der an sich in allen Wählergruppen schwache Werte aufweist.

Interessantes Detail ist, dass gerade Ludwig, der die Grünen durch die NEOS als Koalitionspartner ersetzt hat, bei den Wählern der Ökopartei mit Abstand als geeignetster Spitzenkandidat durchkäme. Selbst Doskozil gefiele den Grün-Wählern besser als Listenerster bei den Sozialdemokraten als Rendi-Wagner. Freilich nirgendwo käme der burgenländische Landeshauptmann besser an als bei den Sympathisanten der Freiheitlichen. Dort hielten gleich 51 Prozent Doskozil für den besten Spitzenkandidaten, aber nur sieben Prozent Rendi-Wagner.


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